Pressemeldung

Boeing beauftragt Lufthansa Technik Defense mit technischer Betreuung von P-8A Poseidon der deutschen Marine

Boeing und Lufthansa Technik Defense haben heute einen Mehrjahresvertrag zur umfassenden technischen Modernisierung der P-8 Poseidon Seefernaufklärungsflugzeuge der deutschen Marine unterzeichnet. Es werden acht Flugzeuge dieses Typs werden, das erste wurde Anfang des Monats übergeben. Der vereinbarte Arbeitsumfang umfasst nahezu alle Produktsegmente, die Lufhansa Technik im globalen MRO-Segment (Instandhaltung, Reparatur und Überholung) anbietet, von der Flugzeugwartung und Triebwerksunterstützung über die Komponentenversorgung bis hin zum Betriebsmanagement und technischen Schulungen. Mit Lufthansa Technik hat die deutsche Marine einen Partner, der über unübertroffene Fachkompetenz für diesen Flugzeugtyp verfügt – aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrungen mit der Zivilmaschine Boeing 737, auf der die Militärmaschine P-8A Poseidon basiert.

„Mit diesem neuen Vertrag erweitern wir unser militärisches MRO-Portfolio um ein erstes waffentragendes Flugzeugsystem und stärken unsere langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft mit der Bundeswehr weiter”, sagt Michael von Puttkamer, Vice President Special Aircraft Services & Defense bei Lufthansa Technik. „Unser Unternehmen spielt damit eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung der Einsatzbereitschaft dieses neuen Waffensystems und trägt im Sinne der deutschen Zeitenwende in der Sicherheitspolitik zur Stärkung der nationalen Verteidigungsfähigkeit bei.“

Gleich mit Beginn der Arbeiten an der P-8 wird Lufhansa Technik der Marine umfassende Flugzeuginstandhaltungsdienste anbieten. Der Hamburger Hauptsitz des Unternehmens wird zu einer tragenden Säule sowohl für die Line Maintenance (In-Service-Checks) als auch für die Base Maintenance (umfangreiche Flugzeugzellen- und Systemprüfungen) an der Poseidon. Nach Neuseeland und Indien ist Deutschland mit diesem Vertrag der dritte P-8-Kunde.

Lufthansa Technik wird darüber hinaus mit ihrem Segment Aircraft Component Services die P-8A-Operationen der deutschen Marine unterstützen, um die reibungslose Lieferung von Ersatzteilen auch in Zeiten angespannter globaler Lieferketten zu gewährleisten. Im Einklang mit dem Total Component Support (Komponentenversorgung) erhält die Marine Zugang zum separaten Pool an zivilen Ersatzteilen von Lufthansa Technik für die P-8. Durch offene Austauschprozesse aus diesem Pool kann die Marine defekte Flugzeugkomponenten direkt durch funktionsfähige ersetzen, ohne auf Reparaturen warten zu müssen. Auf diese Weise werden die Ausfallzeiten auf ein Minimum reduziert, wodurch die Einsatzbereitschaft der deutschen Poseidon-Flotte deutlich steigt. Ferner wird Lufthansa Technik für einen konstanten Fluss an Consumables and Expendables (Verbrauchsmaterialien) sorgen, wie Befestigungselemente oder Schmierstoffe.

Um sowohl die Effizienz der P-8A-Triebwerke zu steigern als auch ihre Flugzeiten zu maximieren, die für gewöhnlich in rauen Umgebungen über Salzwasser im Einsatz sind, wird Lufthansa Technik außerdem ein spezielles Engine Condition Monitoring durchführen. Dieses erlaubt ein frühes Erkennen von Fehlern und Mängeln in den beiden CFM56-7B-Triebwerken der Poseidon, erkennt präzise jegliche Form von Leistungsbeeinträchtigungen und verhindert unnötige Ausbauten und Probeläufe. Auch das wird zu einem stabilen und wirtschaftlichen Betrieb der deutschen Poseidon-Flotte beitragen.

„Über die Jahrzehnte waren tausende Boeing 737 in unseren Hallen. Wir haben nahezu an all ihren Untertypen gearbeitet und uns damit eine unübertroffene Erfahrung mit diesem Flugzeugtyp angeeignet, die wir gerne in die Instandhaltung seiner militärischen Ableitung P-8A einbringen“, sagt Michael von Puttkamer. „Alle Leistungen, die wir stolz in den Dienst der deutschen Marine stellen, sind vom gemeinsamen Ziel getragen: die höchstmögliche Einsatzbereitschaft für das modernste Flugzeug gewährleisten, dessen zuverlässige Leistung heute wichtiger ist als je zuvor.“

Bereits lange bevor die Poseidon in deutsche Dienste kam, hatten Lufthansa Technik und deren Tochtergesellschaft Lufthansa Technical Training damit begonnen, die deutsche Marine für die P-8A auszubilden. Mehr als 20 Techniker haben inzwischen einen mehrstufigen Ausbildungskurs an der Basisausführung 737NG absolviert, von wo nur ein kurzer Differenzierungskurs erforderlich ist, um sich auch für die militärische Ableitung zu qualifizieren.

Um für die P-8A vom ersten Tag an gerüstet zu sein, hat Lufthansa Technik darüber hinaus aktiv die erforderlichen Werkzeuge und Bodenabfertigugsgeräte (GSE) für die deutsche Marine beschafft, von Flugzeugtreppen über Hydraulikaggregate bis hin zu Schleppwerkzeugen. Die erforderliche regelmäßige Kalibrierung von Werkzeugen und GSE wird ebenfalls vom MRO-Team von Lufthansa Technik durchgeführt. Weiterhin unterstützt das Technical Operation Center von Lufthansa Technik in Hamburg die deutsche Marine durch einen speziellen technischen Helpdesk.

Die Boeing P-8A ist ein hochleistungsfähiges Mehrzweck-Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug, das auf dem beliebten Boeing 737 Jetliner basiert. Deutschland hatte im Juni 2021 ursprünglich fünf P-8A beschafft, dann aber 2023 weitere drei Flugzeuge bestellt, wodurch sich die Zahl dieser Flieger für die Marine auf acht erhöht hat.

Neben Boeing und Lufthansa Technik ist auch die ESG Elektroniksystem-und Logistik-GmbH (jetzt Teil der HENSOLDT Unternehmensgruppe) Teil des deutschen Industrieteams, das für die maximale Einsatzbereitschaft der deutschen Marinemissionen sorgt. Insgesamt sind mehr als 200 Boeing P-8 in neun Ländern im Dienst oder bestellt, darunter die Vereinigten Staaten von Amerika, Australien, Indien, Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, Republik Korea, Deutschland und Kanada.

Poseidon-P-8A in front of a Lufthansa Technik hangar

Eine P-8A "Poseidon" der deutschen Luftwaffe / Copyright: Lufthansa Technik

Michael Lagemann

Spokesperson

Lufthansa Technik AG | Hamburg, Germany