RibAir: Riblets Adjustment for Improved drag Reduction

RibAir

Weiterentwicklung von Riblet-Technologien für eine effizientere und nachhaltigere Luftfahrt

Von der Grundlagenforschung zur Zulassung: Riblets für die Luftfahrt von morgen


Der Einsatz von Riblets, um Treibstoff einzusparen ist mittlerweile Realität in der zivilen Luftfahrt. Durch Weiterentwicklung und Optimierung der Riblet-Mikrostrukturen kann der Reibungswiederstand nachhaltig weiter gesenkt werden. 

Aufbauend auf bereits nachgewiesenen Einsparungen bei Boeing-777 und Airbus A330 Flugzeugen sollen neue Riblet-Designs, Materialien und Fertigungsverfahren erforscht werden, um die Wirksamkeit und Langzeitbeständigkeit der Folien weiter zu verbessern. 

Im Verbund von Forschungseinrichtungen und Industriepartnern werden theoretische Grundlagen, Simulationen sowie Öl-, Windkanal- und Flugtests kombiniert, um die technische und industrielle Umsetzbarkeit nachzuweisen. 

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Nachweis der Flugsicherheit und der Entwicklung generischer Zulassungskonzepte, die den Aufwand für die Zertifizierung auf verschiedenen Flugzeugmustern deutlich reduzieren.


Sichere und zulassungsfähige Ribletlösungen für zukünftige Flugzeuggenerationen

Das im Jahr 2026 gestartete Forschungsprojekt soll die Energieeffizienz von Verkehrsflugzeugen durch die Weiterentwicklung und den erweiterten Einsatz von Ribletfolien deutlich steigern. Ausgehend von bereits nachgewiesenen Kraftstoffeinsparungen durch die Applikation auf Rumpf und Triebwerken sollen neuartige dreidimensionale Ribletstrukturen entwickelt werden, die weitere lokale Reibungsreduktion ermöglichen und die Einsparung bei gleicher Fläche um 50% erhöhen können. 

Mithilfe Simulationen werden optimierte Ribletkonzepte für transsonische Tragflächen entwickelt und über den gesamten Betriebsbereich untersucht. Darüber hinaus soll die Anwendung der Riblets auf Tragflächen und Leitwerke ausgeweitet werden, wodurch sich die bisherige Kraftstoffreduktion perspektivisch verdoppeln lässt. 

Die entwickelten Konzepte werden durch Öl-, Windkanaltests und Flugversuche mit einem DLR-Forschungsflugzeug validiert. 

Ziel ist der Nachweis einer sicheren, leistungssteigernden und zulassungsfähigen Anwendung der Riblettechnologie für zukünftige und bestehende Verkehrsflugzeuge.


Von der Simulation über den Windkanal bis zum Flugtest

Lufthansa Technik übernimmt die Gesamtkoordination des Verbundprojekts und stellt durch ein umfassendes Projektmanagement die Abstimmung aller Partner sowie die Einhaltung von Meilensteinen und Projektzielen sicher. 

Im Bereich Ribletdesign und Fertigung werden gemeinsam mit den Projektpartnern neuartige Ribletgeometrien entwickelt, die eine höhere Robustheit gegenüber Fehlanströmungen sowie eine Steigerung der Strömungswiderstandsreduktion ermöglichen sollen. Ergänzend erfolgen Fertigungsanalysen und die Herstellung von Ribletfolien. 

Die Bewertung dieser Konzepte erfolgt durch numerische Strömungssimulationen sowie umfangreiche Öl- und Windkanalversuche, bei denen die neue Struktur mit der vorhandenen Ribletstruktur direkt verglichen wird. 


Das Projekt RibAir wird über das nationale Luftfahrtforschungsprogramm (LuFo Klima VII-1) gefördert und erhält Mittel aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE). 

Das Forschungsprojekt läuft bis Juni 2029.

www.luftfahrtforschungsprogramm.de