Pressemitteilung
P-8A Poseidon: U-Boot-Jäger der Deutschen Marine zu ersten Checks in Hamburg
Die Deutsche Marine hat vor kurzem erstmals ihre neuen Seefernaufklärer des Typs Boeing P-8A Poseidon für planmäßige Instandhaltungen in die Hände von Lufthansa Technik Defense in Hamburg gegeben. Das Erreichen dieses Meilensteins wurde an diesem Montag in einer Feierstunde im Beisein des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt sowie des Kommandeurs der Marineflieger gewürdigt. Die ersten Checks an den hochmodernen U-Boot-Jägern markieren für Lufthansa Technik eine Zeitenwende: Erstmals führt das Unternehmen damit Arbeiten an potenziell waffentragenden Luftfahrzeugen durch.
Dr. Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Hamburg ist ein starker Luftfahrtstandort und kann die Kompetenz seiner Unternehmen auch im militärischen Bereich einbringen. Ein Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit der Lufthansa Technik mit Boeing und der Deutschen Marine im Bereich der Wartung und Reparatur der neuen P-8 Poseidon Seefernaufklärer. Es ist wichtig, dass die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands unter Beteiligung deutscher Unternehmen erfolgt und damit auch positive Wertschöpfungseffekte für unsere Wirtschaft erzielt werden. Ich freue mich, dass das P-8 Poseidon-Projekt mit Beteiligung der Lufthansa Technik in Hamburg zustande gekommen ist und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg.“
„Die Marineflieger sind von strategischer Bedeutung für unsere Sicherheit. Sie stehen für die Fähigkeit, große Seegebiete schnell und wirksam zu überwachen, U-Boote aufzuklären, zu verfolgen und – wenn nötig – zu bekämpfen. Mit der P-8A Poseidon verfügen wir endlich wieder über so einen weitreichenden, vernetzten und hochmodernen U-Boot-Jäger aus der Luft“, sagte Kapitän zur See Broder Nielsen, der Kommandeur der Marineflieger. „Diese Modernisierung ist eine sicherheitspolitische Notwendigkeit und gut investiertes Geld in unsere Handlungs- und Bündnisfähigkeit. Wir brauchen aber auch industrielle Resilienz, belastbare logistische Ketten und in allen Bereichen hohes Tempo. Dazu gehören auch Unternehmen, die Verantwortung übernehmen und aus eigener Überzeugung einen Beitrag zur Gesamtverteidigung unseres Landes leisten.“
„Mit den beiden ersten erfolgreich durchgeführten Checks an einer P-8A hat Lufthansa Technik bewiesen, dass das Unternehmen auch ‚Marine‘ kann”, sagte Stefan Rauscher, verantwortlicher Gruppenleiter im Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw). „Ich bin sicher, dass wir auch hier die vertrauensvolle, leistungs- und termingerechte Zusammenarbeit etablieren, die wir seit Jahren bei den Transport- und Sonderflugzeugen der Luftwaffe kennen und schätzen.“
„Militärisch registrierte Flugzeuge sind in unseren Hangars schon lange keine Seltenheit mehr, und trotzdem stellen die ersten Poseidon-Checks ein Novum für uns dar – erstmals in der Unternehmensgeschichte arbeiten unsere Kolleginnen und Kollegen hier an potenziell waffentragenden Systemen“, sagte Dr. Janna Schumacher, Chief Human Resources Officer der Lufthansa Technik AG und im Vorstand verantwortlich für den Geschäftsbereich Original Equipment and Special Aircraft Services. „Gemeinsam mit der Marine stärken wir nachhaltig die Einsatzbereitschaft der deutschen Poseidon-Flotte und leisten einen wichtigen Beitrag zum Gelingen der Zeitenwende – indem wir diejenigen unterstützen, die unsere Werte jeden Tag verteidigen.“
Bereits Mitte März war die zweite an die Marine ausgelieferte Poseidon (taktisches Kennzeichen 63+02) für einen sogenannten 90-Tage-Check auf der Hamburger Lufthansa Technik Basis eingetroffen. Aktuell durchläuft das erste Exemplar der Marine (63+01) seinen ersten 180-Tage-Check. Im Rahmen dieser ersten Checks werden an den fast neuen Flugzeugen noch vergleichsweise kleine Arbeitspakete bearbeitet. Dazu zählen beispielsweise verschiedene Sichtkontrollen, das Schmieren von Fahrwerkskomponenten sowie spezielle Flugzeug- und Triebwerkswäschen für die regelmäßig in der salzhaltigen Luft auf niedrigen Flughöhen über dem Meer eingesetzte Poseidon.
Im November hatte Lufthansa Technik Defense einen umfangreichen Vertrag mit dem Flugzeughersteller Boeing abgeschlossen, der zahlreiche Instandhaltungsleistungen an der Poseidon-Flotte der Deutschen Marine umfasst. Diese reichen weit über die genannten Flugzeug-Checks hinaus und umfassen beispielsweise auch die Komponentenversorgung, eine kontinuierliche Triebwerks-Zustandsüberwachung sowie das Betriebsmanagement und Schulungen von technischem Personal. Mit Lufthansa Technik hat die Deutsche Marine einen Partner, der über jahrzehntelange Erfahrung mit der Boeing 737 verfügt, auf der die militärische P-8A Poseidon basiert.
Deutschland hatte im Juni 2021 ursprünglich fünf P-8A geordert, und 2023 weitere drei Flugzeuge des Typs bestellt, wodurch sich die Anzahl auf insgesamt acht erhöhen wird. Aktuell stehen bereits drei davon bei der Marine im Dienst.
Neben Boeing und Lufthansa Technik ist auch die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH (mittlerweile ein Teil der HENSOLDT Unternehmensgruppe) Teil des deutschen Industrieteams, das für die maximale Einsatzbereitschaft der deutschen Marinemissionen sorgt. Weltweit sind mehr als 200 Boeing P-8 in neun Ländern im Dienst oder bestellt, dazu zählen die Vereinigten Staaten von Amerika, Australien, Indien, Großbritannien, Norwegen, Neuseeland, Republik Korea, Deutschland und Kanada.





