Flugzeuge für humanitäre Missionen

Ausstattung für eine außergewöhnliche Aufgabe

Die fliegende Isolierstation

SARS, Vogelgrippe oder Ebola. Immer wieder bedrohen Epidemien Menschenleben. Um hochinfektiöse Patienten an Bord ebenso sicher wie am Boden transportieren und medizinisch versorgen zu können, sind ganz besondere Flugzeuge erforderlich. Wir haben bewiesen, dass wir in der Lage sind, ein Verkehrsflugzeug in ein Evakuierungsflugzeug für eine solche Extremsituation umzuwandeln.

Auf dem Höhepunkt der Ebola-Epidemie beauftragte uns das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland mit dem Umbau eines Airbus A340 zu einem Evakuierungsflugzeug für den Transport und die Behandlung hochinfektiöser Patienten. Für eine derartige Umrüstung gab es bis dato keine Lösung. Im Gegensatz zu kleineren Flugzeugen, die zuvor nur vereinzelt verfügbar waren, bot dieses Flugzeug erstmals die notwendige Kapazität für eine umfangreich ausgestattete fliegende Intensivstation. Beim Bau und Einbau der speziellen Isoliereinheit in der Kabine konnten wir auf unsere umfangreiche Erfahrung bei der Integration außergewöhnlicher Innenausstattungen zurückgreifen.


Intensivpflege während des Fluges

Im mittleren und hinteren Kabinenbereich wurden Passagiersitze, Galleys und Gepäckfächer entfernt, um Platz für eine Isoliereinheit für den Patiententransport zu schaffen. Diese war von einem luftdichten Zelt mit Unterdruck umgeben. Innerhalb dieses Zeltes konnte das medizinische Personal die Patienten während des Fluges intensivmedizinisch versorgen und blieb dabei selbst vollständig geschützt. Zwei zusätzliche, ebenfalls luftdichte Außenzelte dienten als Schleusen, um das Behandlungszelt sicher betreten und verlassen zu können. Spezielle Desinfektionsverfahren gewährleisteten höchste Hygienestandards, auch die Entsorgung von Abfällen war vollständig berücksichtigt. Im vorderen Kabinenbereich standen Sitzplätze für bis zu 19 Personen zur Verfügung, darunter Ärztinnen und Ärzte, Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts, Techniker für die Isolationssysteme sowie einen Ingenieur von Lufthansa Technik.


Herausforderungen beim Umbau

Eine besondere Herausforderung bestand darin, sicherzustellen, dass das Flugzeug bei einem plötzlichen Druckverlust nicht kontaminiert wird. Zu diesem Zweck wurden Klappen in die Struktur des hinteren Zeltes integriert. Diese öffnen sich im Notfall und leiten die Luft kontrolliert in einen 100 Kubikmeter großen Auffangbeutel, dessen Volumen sich dabei auf das Dreifache ausdehnt. Darüber hinaus mussten zahlreiche weitere spezifische Anforderungen erfüllt werden. Dazu gehörten elektrische Anschlüsse für die intensivmedizinischen Systeme, getrennte Belüftungssysteme für den Innen- und Außenbereich des Zeltes, das Desinfektionssystem sowie ein spezielles System, das die Kommunikation zwischen Flugbesatzung und medizinischem Personal in der Isoliereinheit ermöglicht.

Ihr Ansprechpartner

Stylianos Panitsas

Director Sales Military & Special Aircraft Services

Lufthansa Technik AG | Hamburg, Germany

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