Ein halbes Jahrhundert Luftfahrttechnik

Der Neubeginn

Die Wurzeln der Lufthansa Technik sind eng mit der Neugründung der Lufthansa Anfang der fünfziger Jahre verknüpft. Nachdem die Siegermächte 1951 die Lufthansa zunächst aufgelöst hatten, gründet sich nur zwei Jahre später eine Nachfolgegesellschaft. Zu dieser Zeit wird am westlichen Ende des Flughafens Hamburg bereits der Grundstein für die technische Basis der Airline gelegt. Als die Deutsche Lufthansa AG am 31. März 1955 ihren Streckendienst aufnimmt, steht auf der Hamburger Basis bereits die erste Doppelhalle mit Platz für drei viermotorige Propellermaschinen vom Typ Super Constellation. 1957 beginnen die Arbeiten für zwei weitere Hallen. Ein Triebwerks-Shop mit Galvanik und ein Bürogebäude kommen hinzu.

Am 2. März 1960 leitet die Landung der ersten Boeing 707 der Lufthansa in Hamburg den Beginn des Düsenzeitalters ein. Der Flughafen Frankfurt soll der zukünftige Heimathafen der neuen Langstreckenflugzeuge werden; die Lufthansa beginnt mit dem Aufbau einer Wartungsbasis auf dem Rhein-Main-Airport. 1962 eröffnet die Lufthansa auf ihrer Instandhaltungsbasis in Hamburg einen Prüfstand für Jettriebwerke. Auch wird die erste Lärmschutzhalle der Welt auf dem Werftgelände errichtet. In den sechziger Jahren beginnt auch das Geschäft mit Kunden außerhalb der Lufthansa-Flotte. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA erteilt der Technikabteilung der Lufthansa die Genehmigung, Flugzeuge und Triebwerke amerikanischer Airlines instand zu halten. Schon damals entwickeln Hamburger Techniker eigene Reparaturverfahren und locken damit Airlines aus aller Welt in die Hansestadt. 

Die Riesen kommen

Bereits in den ersten zwanzig Jahren ist aus der Lufthansa-Werft ein bei den Kunden hoch geschätztes Technologieunternehmen entstanden. Trotz der konjunkturellen Einbrüche durch die Ölkrisen der siebziger Jahre erreichen die Auftragseingänge zweistellige Zuwachsraten. Der stärkste Schub kommt von der ATLAS-Gruppe, einer Allianz der Lufthansa mit der Air France, Iberia, Alitalia und Sabena. Der Höhenflug der Großraumflugzeuge setzt sich fort. Im März 1970 landet die erste Boeing 747-100 in Hamburg. Die neuen Flugzeuge sind wirtschaftlicher und sparsamer, sie fliegen leiser und stoßen weniger Schadstoffe aus. Mikroelektronik und neue Computer halten Einzug an Bord und erfordern neue Verfahren der Instandhaltung.

Ende der achtziger Jahre geht der Ausbau des Technik-Ressorts der Lufthansa weiter. Eine Halle für bis zu drei Großraumflugzeuge entsteht und eine neue Lackierhalle berücksichtigt die Bedürfnisse des modernen Arbeits- und Umweltschutzes. Ein neues Markenbewusstsein zeigt erste Spuren. Angesichts der wirtschaftlichen Flaute und eines wachsenden internationalen Wettbewerbs im Luftverkehr erscheinen die bürokratischen Strukturen des Konzerns als zu schwerfällig. Abteilungen werden neu organisiert und sollen als eigene Geschäftsbereiche auf dem Markt operieren. 

Unternehmen Zukunft

Um die Wettbewerbsfähigkeit des Lufthansa-Konzerns zu sichern, wird das Unternehmen Mitte der neunziger Jahre in sieben eigenständig operierende Geschäftsfelder aufgeteilt. Aus dem Technikressort gründet sich Ende 1994 - kurz vor dem 40. Geburtstag der Deutschen Lufthansa AG - die selbständige Aktiengesellschaft Lufthansa Technik. Das Geschäft mit Kunden außerhalb des Lufthansa-Konzerns erweist sich als Wachstumsmotor für das junge Unternehmen. Immer mehr Fluggesellschaften weltweit nehmen die Leistungen der erfahrenen Mechaniker und Ingenieure in Anspruch.

Die Lufthansa Technik ist zusätzlich zu ihrer Kompetenz in der Instandhaltung von Verkehrsflugzeugen von den Luftfahrtbehörden auch als Herstellungs- und Entwicklungsbetrieb zugelassen. Aus dieser Dreifachkompetenz schöpfen die Mitarbeiter ein ständig wachsendes Potenzial zur Eigenentwicklung neuer Dienstleistungen und Produkte. Seit ihrer Gründung hat sich die Lufthansa Technik zum weltweit führenden Dienstleister für Flugzeugtechnik entwickelt. Nach dem Prinzip "Wir müssen dorthin, wo unsere Kunden sind" ist die internationale Ausdehnung und die regionale Präsenz in den Luftverkehrsmärkten der Welt ein Schwerpunkt der Unternehmensentwicklung bei der Lufthansa Technik.