Voll unter Druck

Mobiles Vakuumtool ersetzt bisherige Kabinendrucktests

Wenn es in der Flugzeugkabine pfeift, dann muss das nicht immer am gut gelaunten Sitznachbarn oder einer Hydraulikpumpe liegen. Auch kleinste Undichtigkeiten an Fenstern und Türen können in der Druckkabine eines Passagierflugzeugs ungewöhnliche Geräusche erzeugen. Diese lassen sich am Boden ohne die im Flug gegebenen Druckunterschiede nur schwer nachweisen. Bislang werden alle Dichtungen an Fenstern und Türen mittels Sichtprüfung und simulierten Kabinendrucktests am Boden auf Undichtigkeiten kontrolliert und bei Bedarf ausgewechselt. Ein sehr zeitaufwendiges und personalintensives Verfahren, das keine weiteren Arbeiten in der Kabine zulässt. Das soll sich mit dem neuen, von Lufthansa Technik entwickelten „Vacuum Leak Check" jetzt ändern. 

  • 2016 Vacuumtool Fiber Fabric
    Von außen zunächst eine spezielle Textilfaser („Air Weave Flies") ...
  • 2016 Vacuumtool Latex Sheet
    ... darüber eine luftundurchlässige Latexfolie mit Schlauchanschlüssen gelegt und mit Klebeband fixiert.
  • 2016 Vacuumtool Pressure
    Nun werden die beiden Vakuum- und Druckluftschläuche angebracht und an die Vakuumpumpe angeschlossen.
  • 2016 Vacuumtool Tool Box
    Das Prüf-Equipment lässt sich in einer handlichen Toolbox verstauen.
  • 2016 Vacuumtool Test
    Das Vakuumverfahren kann an jedem beliebigen Ort flexibel eingesetzt werden.

Der „Vacuum Leak Check" ist ein mobiles Vakuumverfahren, bei dem maximale Druckdifferenzen eines Flugzeugs während des Fluges am Boden simuliert werden. Dadurch ist es möglich, Fenster und Türen genau zu prüfen und eventuelle Undichtigkeiten exakt aufzuspüren. Das neuartige Verfahren wird das aufwendige „Fahren der Druckkabine" ersetzen. Dadurch entsteht keine zusätzliche Belastung für die Rumpfstruktur und es können zeitgleich alle anderen Arbeiten am Flugzeug durchgeführt werden.

Und so funktioniert es: Die zu untersuchenden Fenster und Türen werden samt ihrer Dichtungen gründlich gereinigt und verschlossen. Dann wird von außen zunächst eine spezielle Textilfaser („Air Weave Flies"), darüber eine luftundurchlässige Latexfolie mit Schlauchanschlüssen gelegt und mit Klebeband fixiert. Sobald das Fenster beziehungsweise die Tür luftdicht verklebt ist, werden die beiden Vakuum- und Druckluftschläuche angebracht und an die Vakuumpumpe angeschlossen. Nun kann das Vakuum gezogen und im Inneren der Kabine mittels eines Leak Detectors (Lecksuchgerät) Undichtigkeiten genau lokalisiert werden.

Durch das Vakuumverfahren werden andere Fehlerquellen ausgeschlossen und Prozesszeiten deutlich reduziert und damit auch die Bodenzeiten der betreffenden Flugzeuge entsprechend verkürzt. Außerdem lassen sich Arbeitsstunden einsparen und somit Kosten verringern, da nur noch zwei statt vier Mitarbeiter zur Durchführung vor Ort notwendig sind. Das Prüf-Equipment lässt sich in einer handlichen Toolbox verstauen, so dass das ebenso einfache wie schnelle Vakuumverfahren an jedem beliebigen Ort flexibel zur gezielten Erkennung und Behebung von Fehlern  im Rahmen des Troubleshootings eingesetzt werden kann.