Wellness an Bord

Erster Einbau einer Dampfdusche an Bord eines VIP-Flugzeugs

April 2014 - Es ist überaus entspannend und soll eine positive Wirkung auf die Durchblutung, den Kreislauf und das Hautbild haben – das heilsame Schwitzen im Dampfbad. Das Schwitzen im heißen Dampf ist bereits über 5.000 Jahre alt und wird schon seit der Antike in Thermen öffentlicher Badehäuser Griechenlands praktiziert. Von Griechenland aus zog die Dampfbadekultur dann über das Römische und das Osmanische Reich bis nach Russland. Durch die Mauren und Kreuzfahrer wurde die Badekultur im frühen Mittelalter wiederentdeckt und über den gesamten Kontinent verbreitet. Aufgrund der angenehm warmen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent entspannt sich die Muskulatur und der Kreislauf wird nicht überlastet.

Nach über 5.000 Jahren ist es nun auch möglich, das ebenso entspannende wie heilsame Dampfbad in Form einer Dampfdusche in VIP-Kundenflugzeugen zu genießen. So hat Lufthansa Technik das „Aircraft Steam Generator System" (ASG-System), bestehend aus einem Dampfgenerator, Dampfaustritt, Bedienpanel und einem Fill Port zum Befüllen entwickelt, das erstmalig an Bord eines Flugzeugs vom Typ Boeing 737 eingebaut werden konnte. Da das System eine autarke Einheit darstellt, die nicht an das bestehende Wassersystem des Flugzeugs angeschlossen wird, lässt es sich auf Wunsch in jede Duschkabine und jedes beliebige Flugzeugmuster einbauen. Der Einbau der Dampfdusche ist aber auch als Retrofit, also als Modernisierung oder Ausbau bereits bestehender Duschen, möglich.

Das komplette ASG-System misst gerade einmal 343 x 363 x 439 mm und hat ein Leergewicht von 18 Kilogramm. Mit maximal sieben Liter Verdampferfluid befüllt wiegt das ASG-System gerade einmal 25 Kilogramm. Sieben Liter des speziellen Fluids aus stark enthärtetem Wasser reichen normalerweise für ein Dampfbad für ein bis zwei Personen, insgesamt für bis zu zwei Stunden. Auf besonderen Wunsch können zusätzlich auch ätherische Öle zur Raumbeduftung eingefüllt werden. Damit der Dampf ausschließlich in der Duschkabine bleibt, wird diese entsprechend abgedichtet. Der Himmel der Dampf-Duschkabine hat ein leichtes Gefälle, damit das Wasser zu den Seiten hin abläuft und nicht auf den Körper tropft. Die Duschdauer kann über einen Timer, die Temperatur über einen speziellen Regler voreingestellt und stufenlos zwischen 38 und 45 Grad Celsius reguliert werden.

Über ein ins Cabin Management System integriertes Panel lassen sich alle Funktionen individuell aus der Duschkabine oder via Fernsteuerung außerhalb der Kabine bedienen. Die Vorlaufzeit beträgt gerade einmal fünf Minuten. Der in der Kabine befindliche Dampf wird nach der Nutzung einfach abgesaugt. Das ASG-System ist nach RTCA DO-160G qualifiziert sowie gemäß der geltenden EASA-Richtlinien luftfahrttechnisch erprobt und zugelassen. Damit steht einem gesundheitsfördernden Dampfbad selbst über den Wolken nichts mehr im Wege.