Der Cockpitpanel-Checker

Erste vollautomatische Roboteranlage zur Überprüfung von Cockpit-Bedienelementen

Wie hell ist hell?

Wann ist der Schalter eines Instruments im Cockpit ausgeleiert? Und wann ist eine LED-Leuchte für den Flugbetrieb zu dunkel? Ein Cockpit-Gerät wandert während seines Lebens durch viele Hände: vom Piloten über die Mitarbeiter in der Line Maintenance bis in die Werkstätten zu den Technikern. Jeder dieser Menschen hat ein unterschiedliches haptisches und optisches Empfinden. Wenn keine Vorgaben existieren, entscheidet er ganz individuell, wann eine zu dunkle LED und wann ein verschlissener Schalter ausgetauscht werden muss. Einheitliche und verlässliche Prognosen über die Lebensdauer dieser Bauteile waren bislang nicht möglich. 

  • 2019 RoCCET
    Die Roboteranlage kann alle Schalter und Anzeigen überprüfen.
  • 2019 RoCCET Panel
    Vollautomatisierte Tests von Cockpit-Bedieneinheiten
  • 2019 RoCCET Cockpit
    RoCCET für alle gängigen Flugzeugmuster
  • 2019 RoCCET Camera
    Eine Kamera misst die Lichtstärke sämtlicher Anzeigen aus verschiedenen Winkeln.
  • 2019 RoCCET Data
    Einheitliche und verlässliche Prognosen über die Lebensdauer sind jetzt möglich.

Integrierte Sensorik

Mit dem Projekt Robot Controlled Cockpit Electronics Testing (RoCCET) hat der Bereich Aircraft Component Services der Lufthansa Technik von Mitte 2016 bis Ende 2018 die weltweit erste Roboteranlage für vollautomatisierte Tests von Cockpit-Bedieneinheiten entwickelt. Der Roboter verfügt über eine integrierte Sensorik zum Messen der beim Betätigen der Schalter auftretenden Kräfte. Außerdem ist er mit mehreren Industriekameras ausgestattet, die alle Anzeigeinstrumente sowie äußere Beschädigungen erfassen. Mit einer weiteren Kamera misst er zudem die Lichtstärke sämtlicher Anzeigen aus verschiedenen Winkeln.

Entlastung von Mitarbeitern

Durch die integrierte Sensorik ist die Roboteranlage in der Lage, alle Schalter und Anzeigen wie ein Mensch zu überprüfen und definierte Funktionstests durchzuführen. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Anlage Mitarbeiter entlastet, den Arbeitsaufwand um ein bis zwei Stunden pro Gerät verringert und gleichzeitig konkrete Messdaten nach vereinheitlichten Vorgaben liefert.

RoCCET für alle gängigen Flugzeugmuster

Mithilfe von Data Mining, also der kombinierten Analyse vorhandener Flugzeugdaten und der neu generierten Messdaten, lässt sich in einem weiteren Schritt genau bestimmen, wann sich der Lebenszyklus einer Anzeige oder eines Schalters dem Ende neigt und rechtzeitig im Sinne von Preventive Maintenance gewechselt werden muss. Dadurch wird die Zuverlässigkeit der Geräte gesteigert und ungeplante Ausbauten für den Kunden reduziert. Das roboterbasierte Testverfahren ist zurzeit in der Integrationsphase und soll in 2019 für diverse Cockpit-Bedieneinheiten der Flugzeugmuster Airbus A320 und A350 sowie Boeing 787 zum Einsatz kommen. Das Verfahren kann zukünftig auch für andere Cockpit- und Kabinen-Bedieneinheiten aller Flugzeugmuster an unterschiedlichen Standorten zum Einsatz kommen.