21.03.2017

Lufthansa Technik bleibt international auf Wachstumskurs

Hohe Investitionen in Standorte und Innovation

Die Lufthansa Technik AG mit Sitz in Hamburg hat im Jahr 2016 ihren internationalen Wachstumskurs fortgesetzt und bei stark erhöhten Investitionen ein gutes Ergebnis erzielt. Die Steigerung des Umsatzes mit konzernexternen Kunden konnte den Rückgang der internen Aufträge über-kompensieren.

Solide Profitabilität
Die Umsatzerlöse stiegen um 45 Mio. Euro von 5,099 Milliarden Euro auf 5,144 Milliarden Euro. Als Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Adjusted EBIT) hat das Unternehmen 411,3 Millionen Euro erreicht (Vorjahr: 454,4 Mio. Euro). Diese Zahlen der Lufthansa Technik AG und 22 voll konsolidierter Gesellschaften wurden heute auf einer Pressekonferenz vorgestellt.

„Wir haben unsere Position als führender Anbieter unserer Branche im Jahr 2016 gefestigt", sagte der Vorsitzende des Vorstands der Lufthansa Technik AG, Dr. Johannes Bußmann, bei der Vorstellung des Jahresergebnisses in Hamburg. „Gleichzeitig konnten wir wichtige Weichen für künftiges Wachstum stellen."

„Lufthansa Technik steht wirtschaftlich grundsolide da. Vor allem außerhalb der Lufthansa-Gruppe ist Lufthansa Technik auf Wachstumskurs geblieben und dabei überaus profitabel gewesen", so Constanze Hufenbecher, Finanzvorstand der Lufthansa Technik. „Angesichts des Wettbewerbs- und Preisdrucks ein sehr erfreuliches Ergebnis."

Das Geschäft mit Kunden außerhalb der Lufthansa-Gruppe konnte überproportional gesteigert werden. Der konzernexterne Außenumsatz wuchs um acht Prozent auf 3,5 Mrd. Euro. Die Umsätze mit Konzerngesellschaften fielen durch den Abschluss des Modifikationsprogramms der Lufthansa Langstreckenflotte deutlich um 11,7 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro.

Überproportional sind die Umsätze in den Wachstumsregionen Asien und in den USA gestiegen. Nach einem erheblichen Umsatzwachstum auf dem amerikanischen Markt im Jahr 2015 konnte der Trend 2016 mit einer Steigerung um 14 Prozent auf rund 900 Mio. Euro Umsatz fortgesetzt werden. In Asien erreichte Lufthansa Technik sogar ein Plus von 23 Prozent. Mit inzwischen rund 600 Millionen Euro Umsatz wird dieser Markt in raschem Tempo für die Lufthansa Technik immer wichtiger.

„Diese Entwicklung zeigt, dass unsere Internationalisierungsstrategie aufgeht", so Constanze Hufenbecher. „Das ermutigt uns, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen."

Anzahl der betreuten Flugzeuge erstmals über 4.000
Bei der Zahl der betreuten Flugzeuge überschritt das Unternehmen erstmals die 4.000er-Marke und erreichte mit einem Wachstum von zwölf Prozent einen neuen Höchststand von über 4.100 Flugzeugen.

Im Jahr 2016 hat die Lufthansa Technik AG 42 neue Kunden gewinnen (Vorjahr: 27) und 456 neue Verträge abschließen können (Vorjahr: 375), deren Volumen für 2016 und die Folgejahre bei insgesamt 5,7 Milliarden Euro liegt (Vorjahr: 3,1).

Wichtige Verträge wurden für neue Flugzeugmuster wie die A350 von Airbus gewonnen. „Nach Finnair konnten wir 2016 langfristige Verträge zur Komponentenversorgung auch mit China Airlines und Ethiopian Airlines abschließen – damit sind wir führender Anbieter für dieses Zukunftsmodell", unterstrich Dr. Johannes Bußmann.

Auch auf dem Low-Cost-Markt hat Lufthansa Technik weitere Verträge gewonnen: Mit EasyJet betreibt das Unternehmen jetzt in London Gatwick einen Wartungshangar zur Betreuung der 55 dort stationierten Flugzeuge. Darüber hinaus finden in den kommenden fünf Jahren gut 100 Flugzeugüberholungen für EasyJet bei Lufthansa Technik Malta statt. Die enge Partnerschaft mit WizzAir wurde 2016 ausgebaut. Die neu zur Flotte kommenden A320neo und A321neo werden ebenfalls von Lufthansa Technik betreut.

Internationalisierung mit neuer Organisation
Lufthansa Technik wird 2017 den Ausbau der internationalen Präsenz und die Regionalisierung der Aktivitäten vorantreiben. Nach der erfolgreichen Implementierung regionaler Vertriebsstrukturen erfolgt zum April der nächste große Schritt der Internationalisierung. Der Bereich Flugzeugüberholung wird in Manila neu für die gesamte Region aufgestellt. Der Bereich Geräteversorgung bekommt neben Hamburg mit Hongkong ein zweites Standbein in Asien. Die Leitung des Geschäftsbereichs Fahrwerke wird aus Hamburg nach London verlegt.

Auch mit dem massiven Ausbau des weltweiten Logistik-Netzwerkes ist Lufthansa Technik 2016 entscheidende Schritte zur weiteren Internationalisierung des Konzerns gegangen. Neue Lager in London, Hongkong, den USA, in Düsseldorf und München sowie der Start der Unternehmen Lufthansa Technik Component Services Asia Pacific und Lufthansa Technik Middle East verbessern die weltweite Versorgung mit Komponenten.

„Das ist ein großer Schritt vom weltweit tätigen Hamburger Unternehmen zum internationalen Konzern mit starken Wurzeln in Hamburg", so Bußmann.

Mit neuen Kooperationen hat sich die Lufthansa Technik im Jahr 2016 den langfristigen Zugang zur Instandhaltung wesentlicher Zukunftsmuster im Triebwerksbereich gesichert. Hamburg wird Zentrum des neuen LEAP-Motors und damit Heimat der Überholung eines der wichtigsten Motoren in der zivilen Luftfahrtindustrie überhaupt. Mit dem Joint Venture XEOS ist der Einstieg in die Überholung der neuen GE-Großmotoren gelungen. Durch eine strategische Partnerschaft mit Pratt & Whitney ist Lufthansa Technik dem Instandhaltungs-Netzwerk für den Geared Turbofan beigetreten. Ende Februar wurde dazu ein Abkommen mit der MTU Aero Engines zum geplanten Aufbau eines gemeinsamen Triebwerkshops unterzeichnet. N3 Engine Overhaul Services, das Joint Venture mit Rolls Royce in Arnstadt, betreut jetzt auch den Antrieb des Airbus A350.

Zur Sicherung der eigenen Zukunft investierte Lufthansa Technik über 216 Millionen Euro und damit um 40 Prozent mehr als 2015 in ihre Entwicklung. Wesentliche Themen waren dabei Innovation und Produktentwicklung, neue Technologien, die Beherrschung neuer Werkstoffe, die Automatisierung von Reparaturverfahren und Digitalisierung. So hat das Unternehmen in Hamburg den neuen Geschäftsbereich „Digital Fleet Solutions" gegründet. Zusätzlich kamen im letzten Jahr noch Ausgaben in Höhe von rund 200 Mio. Euro für den Ausbau des Materialpools dazu.

„Die Veränderung des MRO-Marktes bietet Chancen, die wir mit neuen Geschäftsmodellen frühzeitig nutzen wollen, um hier entscheidend die Branche mit zu gestalten", unterstrich Bußmann.