05.12.2016

Lufthansa Technik und GE bauen Standort in Polen auf

XEOS baut ein hochmodernes Instandhaltungszentrum für Triebwerke

• XEOS, ein Gemeinschaftsunternehmen von GE Aviation und Lufthansa Technik, baut ein hochmodernes Instandhaltungszentrum für Triebwerke.
• Mit der Investition in Höhe von ca. 250 Mio. Euro wird die wirtschaftliche Entwicklung in der Region angekurbelt. Es entstehen rund 500 neue Arbeitsplätze.
• Der Standort wurde am 5. Dezember 2016 im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgegeben. Anwesend waren Bill Millhaem, Senior Executive von GE Aviation, und Bernhard Krüger-Sprengel, Leiter des Geschäftsbereichs Triebwerksinstandhaltung von Lufthansa Technik, sowie der stellvertretende polnische Ministerpräsident und Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Finanzen, Mateusz Morawiecki.
• Standort des neuen Unternehmens ist Środa Śląska in der Sonderwirtschaftszone Legnica.

Bernhard Krüger-Sprengel, Leiter des Geschäftsbereichs Triebwerksinstandhaltung bei Lufthansa Technik:
Lufthansa Technik ist seit Jahrzehnten bekannt für höchste Qualität bei der Wartung, Reparatur und Überholung von Triebwerken sowie von Flugzeugstrukturen und Komponenten. Der Bau des XEOS-Triebwerkshops gemeinsam mit unserem Partner GE ist ein wichtiger Meilenstein in der Wachstumsstrategie der Lufthansa Technik. Am heute bekanntgegebenen neuen Standort werden hunderte von hochqualifizierten, technischen Arbeitsplätzen in Polen entstehen, wo sich die Luftfahrtbranche stetig weiter entwickelt. Ein nachhaltiger Ansatz war immer Teil unserer Unternehmensstrategie. Wir werden selbstverständlich auch an unserem neuen Standort sicherstellen, dass internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. 

Bill Millhaem, Senior Executive von GE Aviation:
Gemeinsam mit unserem Partner und der Unterstützung der polnischen Regierung sowie lokaler Behörden können wir heute mit großer Freude unsere jüngste Investition in Polen bekanntgeben. Die Anlage ist als Triebwerksinstandhaltungsbetrieb von Weltklasse ausgelegt. Der Fokus liegt auf der Wartung, Reparatur und Überholung der technologisch anspruchsvollen GE-Flugzeugmotoren der neuesten Generation. Wir freuen uns auf das neue Unternehmen, mit dem wir zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region und im ganzen Land beitragen.

Mateusz Morawiecki, stellvertretender Ministerpräsident Polens, Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Finanzen:
Die Auswahl von Środa Śląska als Standort des Gemeinschaftsunternehmens von GE und Lufthansa Technik beweist erneut, dass unser Land offen und bereit für neue und technologisch führende Projekte ist. Mit dieser Investition können wir auf diesem Gebiet noch stärker werden. Dank unserer erstklassigen Fachkräfte ist die Luftfahrttechnik bereits eine besondere Stärke Polens.

Hochqualifizierte Fachleute und eine gut entwickelte Infrastruktur entscheidend für die Auswahl Polens

Die Absichtserklärung (MoU) über den Bau eines neuen, hochmodernen Instandhaltungszentrums für die GE-Motoren von Lufthansa sowie anderen Fluglinien und Frachtfluggesellschaften war im Rahmen der Paris Airshow im Juni 2015 vom Präsident und CEO von GE Aviation, David Joyce, und dem Vorstandsvorsitzenden der Lufthansa Technik AG, Dr. Johannes Bußmann, unterschrieben worden. Im nächsten Schritt musste der beste Standort für das technologisch anspruchsvolle Projekt gefunden werden. In einem langwierigen und intensiven Auswahlprozess wurden verschiedene Standorte in unterschiedlichen Ländern und Kontinenten untersucht. Am Ende wurde die Sonderwirtschaftszone LSZE in Legnica (dt. Liegnitz) ausgewählt. Entscheidend für die Auswahl des Standorts waren das Entwicklungspotenzial, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die staatliche Unterstützung. Hinzu kommt die Verfügbarkeit hochqualifizierter Arbeitskräfte. Polnische Spezialisten suchen berufliche Herausforderungen, sind offen für neue Technologien, flexibel in einem dynamischen Arbeitsmarkt und bereit, sich weiterzuentwickeln.

Polen hat in den vergangenen Jahren ein unternehmerfreundliches Umfeld für neue Investitionen entwickelt und seine Wettbewerbsfähigkeit ausgebaut. Damit erwies es sich im Vergleich zu einem anderen Standort außerhalb der EU als die beste Wahl für dieses Projekt. Mit ihren hochqualifizierten und vielseitigen Arbeitskräften und ihrer Infrastruktur stellt sich die LSEZ dabei als die am besten geeignete Region dar. Zu den Standortvorteilen gehören auch die günstige Lage und ein gut ausgebautes Straßennetz. So kann das neue Werk schneller in Betrieb gehen und für die beteiligten Partner früher profitabel sein. Nicht zuletzt wurde auch der Kern der Triebwerke, der in der Fabrik gewartet werden soll, von polnischen Ingenieuren im Engineering Design Center (EDC) in Warschau entworfen.

Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit von Regierung, lokalen Behörden und der Wirtschaft konnte heute der Bau eines modernen Servicecenters in der Sonderwirtschaftszone in Legnica offiziell verkündet werden. Zwischen Lufthansa Technik und GE müssen abschließend noch letzte Vereinbarungen geklärt werden. Dieser Prozess soll nach Angaben der Beteiligten im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Die Grundsteinlegung wird für März 2017 erwartet und im September 2018 soll das neue Unternehmen planmäßig den Betrieb aufnehmen. Das Projekt bringt langfristige Entwicklungsperspektiven mit sich. Geplant ist eine intensive Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Breslau sowie technischen Fachschulen vor Ort, um eine neue Generation hervorragender Spezialisten auszubilden.

Instandhaltung neuester Flugzeugtriebwerke

In dem neuen Betrieb sollen hauptsächlich Triebwerke des Typs GEnx-2B betreut werden. Auch das neue Muster GE9X, das sich momentan in der Entwicklung befindet, wird ab 2021 zum Leistungsspektrum gehören. Fast 500 GEnx-2B-Motoren befinden sich zurzeit bei 18 verschiedenen Flugzeugbetreibern weltweit im Flugbetrieb. Insgesamt haben die Motoren fünf Millionen Flugstunden mit herausragender Leistung absolviert. Im Vergleich zum CF6-Triebwerk von GE verbraucht der GEnx-Motor bis zu 15 Prozent weniger Treibstoff, was einem Ausstoß von 15 Prozent weniger CO2 entspricht.

Die Triebwerke des Typs GE9X, die voraussichtlich ab 2020 eingesetzt werden, sind die technisch am weitesten entwickelten Flugzeugtriebwerke ihrer Klasse. Obwohl die Zertifizierung erst für das Jahr 2018 geplant ist, wurden bereits rund 700 GE9X-Triebwerke von Kunden weltweit bestellt. GE9X-Triebwerke sind der nächste Schritt auf dem Weg zu verbesserter Effizienz, weniger Treibstoffverbrauch und einer niedrigeren CO2-Produktion.

Der Bau der Anlage teilt sich in zwei Phasen. In den ersten zwei Jahren werden hauptsächlich Büros, Service- und Betriebsgebäude gebaut. Der Rohbau wird relativ schnell fertig gestellt sein, danach folgen die zeitintensiveren Innenausbauten und die abschließenden Arbeiten. Bei Betriebseröffnung werden mehr als 200 Mitarbeiter ihre Arbeit aufnehmen – von Ingenieuren über Büropersonal bis hin zu Mitarbeitern in der Produktion.

Abhängig von der künftigen Geschäftsentwicklung ist eine weitere Expansion einschließlich des möglichen Aufbaus einer innovativen Prüfkammer für Flugzeugtriebwerke geplant. Wird auch diese Ausbaustufe realisiert, wird XEOS bis zu 500 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bieten können.

Eine Chance für Ortsansässige
Für die lokale Bevölkerung der LSEZ birgt ein solch großes und technologisch fortschrittliches Bauprojekt viele Möglichkeiten. Das Projekt wird nicht nur ungefähr 500 Mitarbeiter beschäftigen, sondern es wird auch damit verbundenen Unternehmen Impulse geben. Private Haushalte und Gemeindebudgets profitieren von der Investition in das Instandhaltungszentrum. Indirekt kommt sie kulturellen und anderen öffentlichen Einrichtungen zugute und hat positive Auswirkungen auf die lokale Infrastruktur.

Umweltschutzfragen haben in ganz Europa oberste Priorität. Die neuen Investitionen in LSEZ wurden in Übereinstimmung mit diesem Ansatz geplant und entwickelt. Die Investoren stellen sicher, dass die erarbeiteten Konzepte alle Umweltstandards erfüllen. Die verwendeten Technologien sind leise, emissionsarm, umweltfreundlich und sicher für die Gemeinden und sind damit ein Paradebeispiel für die Infrastruktur des 21. Jahrhunderts. In der heutigen Geschäftswelt stehen das Wohlergehen und die Gesundheit der künftigen Generationen ebenso im Mittelpunkt des unternehmerischen Interesses wie eine gute Kapitalrendite.