Augmented Reality zum Anfassen

Projektionsbasierte Montage-Unterstützung mittels laserbasierter Schablonen

In Science Fiction-Romanen und -Filmen ein alter Hut, in der Arbeitswelt hingegen aufregend neu: Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) halten nun auch zunehmend Einzug in industrielle Arbeitsprozesse. Im Gegensatz zur virtuellen Realität werden dem Anwender bei der erweiterten Realität zusätzlich zu seinen realen Wahrnehmungen weitere Zusatzinformationen in Echtzeit zur Verfügung gestellt. Dadurch lässt sich also die reale mit der virtuellen Welt vermischen, reale Raumwelten durch virtuelle Elemente und Daten ergänzen. Schon heute dient Augmented Reality einigen Unternehmen als Basistechnologie zur Anreicherung und Ergänzung der Realität um computergenerierte Inhalte. 

  • 2016 PMU
    Augmented Reality hält nun auch zunehmend Einzug in industrielle Arbeitsprozesse.
  • 2016 PMU Projection
    Das mobile Projektionssystem lässt sich flexibel einsetzen.
  • 2016 PMU Projection T-Rail
    Die entsprechende Montageschablone wird in das Arbeitsfeld projiziert.
  • 2016 PMU Template
    Die Bauteilmontage erfolgt mit hoher Genauigkeit.
  • 2016 PMU Installation
    Der Arbeitsaufwand konnte um fast 50 Prozent reduziert werden.

Diese Form der Realitätswahrnehmung ermöglicht die Realisierung innovativer Verfahren und Methoden zur Optimierung von Herstellungs-, Wartungs- und Prüfprozessen. Auch Lufthansa Technik nutzt die Möglichkeiten von Augmented Reality bereits gezielt: So wird beispielsweise der hohe Montageaufwand für Primärstrukturanbindungen bei VIP Completion-Projekten durch den Einsatz laserbasierter Montageschablonen reduziert. Bislang kamen bei der Installation von Primärstrukturanbindungen im Rahmen der Erstausstattung von VIP-Flugzeugen ausschließlich manuelle, mechanische Mess- und Ausrichtungs-Werkzeuge zum Einsatz. Das führte zu einem hohen Aufwand bei der Einmessung von Montagepositionen und zu längeren Rüstzeiten.

Im Rahmen des Projekts „Projektionsbasierte Montageunterstützung" hat Lufthansa Technik nun ein laserbasiertes AR-Systems zur Montageunterstützung im Bereich VIP & Special Mission Aircraft Services eingeführt. Das mobile Projektionssystem lässt sich flexibel, der jeweiligen Montagesituation angepasst, im Flugzeugrumpf positionieren und ausrichten. Dem betreffenden Strukturmitarbeiter wird nun die seiner aktuellen Arbeitskarte entsprechende Montageschablone in das Arbeitsfeld projiziert. Diese Schablone entspricht den im virtuellen 3D-Modell selektierten Bauteilkonturen, die lagegerecht auf die Struktur projiziert werden und somit als Positionier- und Ausrichtungshilfe für das zu montierende Bauteile dienen. Ohne Unterbrechungen und ohne weitere Interaktionen ist der Mitarbeiter somit in der Lage, die Bauteilmontage mit hoher Genauigkeit und wesentlich effizienter als unter Verwendung konventioneller Ausrichtungswerkzeuge durchzuführen.

In der ersten abgeschlossenen Projektphase konnte die technische Umsetzung des Laserprojektionssystems sowohl an einem Mock-up der Lehrwerkstatt als auch im Praxiseinsatz an drei kompletten Liegezeiten belegt werden – ein Resultat der hervorragenden fachübergreifenden Zusammenarbeit von Engineering, Dock und IT. Bei der Montage von Primärstrukturanbindungen (T-Rails) konnte nicht nur die Genauigkeit erhöht, sondern auch der Arbeitsaufwand um fast 50 Prozent reduziert werden. Derzeit werden bei Lufthansa Technik noch weitere Anwendungsbereiche von projektionsbasierter Augmented Reality, beispielsweise in Form von Folier- und Lackierschablonen, getestet. Auch der Einsatz zukünftiger digitaler Assistenzsysteme für andere Fachbereiche wird aktuell geprüft, um ein größeres Innovationsprojekt aufzusetzen. Die Projektvorbereitungen hierfür laufen bereits.