Geschäftsfelder: Überholung

Schönheit geht unter die Haut

Lufthansa Technik und ihre Tochterbetriebe in Shannon (Irland), Budapest (Ungarn), Sofia (Bulgarien), Aguadilla (Puerto Rico), auf Malta und den Philippinen in Manila, sowie das Joint Venture Ameco in Peking (China) führen regelmäßig Überholungen von Flugzeugen aus. Dabei handelt es sich um die größten und aufwändigsten Ereignisse der Instandhaltung, die auch besonderen Qualifikationsansprüchen von Seiten der Luftsicherheitsbehörden unterliegen.

Zur Überholung gehören der IL-Check (Intermediate Layover Check), wie auch der D-Check. Der IL-Check dauert circa zwei bis vier Wochen und wird alle drei bis fünf Jahre durchgeführt. Diese Überprüfung ist nur für bestimmte Flugzeugmuster vorgeschrieben. Um einen einfacheren Zugang zur Kontrolle der Rumpf- und Flügelstruktur zu erhalten, werden verschiedene Großbauteile, wie Landeklappen, demontiert. Parallel werden zahlreiche Geräte und Systeme getestet und bei Bedarf repariert. Die Kabinenbauteile wie beispielsweise Sitze, Küchen oder Toiletten, werden zudem komplett überholt und das Flugzeug gegebenenfalls neu lackiert.

Der D-Check ist die Generalüberholung eines Flugzeuges und damit die umfangreichste aller flugzeugtechnischen Dienstleistungen. Alle sechs bis zehn Jahre wird diese Überprüfung in 30.000 – 50.000 Arbeitsstunden in einem Zeitraum von vier bis sechs Wochen durchgeführt. Bevor jedoch die Generalüberholung stattfindet, hat beispielsweise ein Großraumflugzeug circa 30.000 Flugstunden und rund 25 Millionen Flugkilometer hinter sich.

Bei einem D-Check wird die gesamte Struktur bis ins kleinste Detail kontrolliert. Danach werden die Triebwerke, das Fahrwerk und die Landeklappen demontiert, wie auch die Inneneinrichtung des Flugzeuges und die Wand- und Deckenverkleidung entfernt. Anschließend erfolgt ein Ausbau der Instrumente, der Elektrik und Elektronik und der hydraulischen und pneumatischen Geräte. Alle ausgebauten und demontierten Geräte werden einer genauen Prüfung und gegebenenfalls einer Reparatur unterzogen.

Ein Laufzettel begleitet jedes Bauteil; er gibt Informationen darüber, wann das Bauteil an welcher Stelle angeliefert werden muss, damit das Flugzeug pünktlich fertig wird. Wenn nur noch das 'Gerippe' des Flugzeuges übrig ist, können die Außenhaut mit zehntausenden von Nieten und die tragende Struktur des Flugzeugs auf Beschädigungen und Korrosion untersucht werden. Im Rahmen der "zerstörungsfreien Prüfung" kommen dabei Verfahren wie Wirbelstrom, Ultraschall oder Röntgen zum Einsatz und erkennen auch feinste Haarrisse in der Flugzeugstruktur oder ihren Verbindungselementen.

Lufthansa Technik kann für zahlreiche Flugzeugmuster sämtliche Bauteile und Komponenten in eigenen Werkstätten testen und instand setzen gemäß der Lufthansa Technik Philosophie "lieber reparieren als wegwerfen". Zunächst wird deshalb also immer versucht, Schäden an defekten Teilen zu beheben, bevor neue Teile eingekauft und eingebaut werden. Aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung von Lufthansa Technik und ihrer Zulassungen durch alle namhaften Luftsicherheitsbehörden werden die reparierten Teile wieder in einen nahezu fabrikneuen Zustand gebracht. Somit bietet Lufthansa Technik seinen Kunden effiziente und Kosten sparende Lösungen für die Überholung ihrer Flugzeuge an, ohne Kompromisse bei der Zuverlässigkeit der Komponenten machen zu müssen.

Besonders die Reparatur von Flugzeugteilen aus Verbundwerkstoffen, wie Radomen, Flügelspitzen, Lande- oder Fahrwerksklappen, Triebwerksverkleidung oder Schubumkehrern erfordert große Erfahrung. Diese so genannten Komposit-Werkstoffe werden in modernen Flugzeugen immer häufiger verwendet, denn sie bieten hohe Festigkeit bei geringerem Gewicht als beispielsweise Aluminium. Die Herstellung dieser Teile ist allerdings aufwändig, entsprechend hoch sind die Kosten für Neuteile. Mit eigenen Verfahren zur Instandsetzung solcher Komponenten hat sich Lufthansa Technik frühzeitig auf diesen Industrietrend eingestellt.