Aktiver Schutz vor Lärm

Die Lärmschutzhalle der Lufthansa Technik in Hamburg

Nach Flugzeugüberholungen oder Eingriffen in Flugzeugsysteme rund um die Motoren im Rahmen der nächtlichen Wartungsarbeiten ist der sogenannte Triebwerks-Standlauf („Run-Up") vorgeschrieben. Dabei werden abschließend die Funktionen aller Aggregate sowie das Zusammenspiel von Cockpitsystemen und Triebwerken überprüft. Sowohl das Starten der Triebwerke als auch der Standlauf auf unterschiedlichen Leistungsstufen verursacht Lärmemissionen in der Umgebung. Um sowohl die Mitarbeiter vor Ort, als auch die Anwohner rund um das Werksgelände zu schützen, nutzt Lufthansa Technik bereits seit 1961 eine Lärmschutzhalle für Flugzeuge als aktiven Lärmschutz für die Triebwerks-Standläufe. Das für moderne Großraumflugzeuge nicht mehr geeignete Bauwerk wurde 2002 durch die damals weltweit erste geschlossene Lärmschutzhalle auf dem Vorfeld 6 der Lufthansa Basis ersetzt. 

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Die Halle ist so konstruiert, dass an der vorderen Öffnung im Winkel von 45 Grad zwei Tore mit gerundeten Lamellen aus Lochblechen auf schallschluckendem Material geschoben werden, damit die angesaugte Luft selbst bei unterschiedlichsten Windrichtungen ohne Turbulenzen laminar in die Halle und in den Triebwerkseinlass strömen kann. Zusätzlich wird die Schallabstrahlung nach vorne stark reduziert. Die beiden Lamellentore sind jeweils 56 Meter breit und wiegen je 300 Tonnen. Sie stehen auf Fahrgestellen und werden von Elektromotoren bewegt. Auf der rückwärtigen Seite der Halle wird der Abgasstrahl durch eine schräge Wand aus Lochblechen nach oben umgelenkt. Um laute Pfeifgeräusche zu vermeiden, wurden in die Umlenkwand schalldämmende Materialien eingearbeitet. Die 95 mal 84 Meter große und 23 Meter hohe Halle erlaubt eine Auslastung mit Flugzeugen bis zur Größe einer Boeing 747-8.

Schon die schalltechnische Abnahmemessung im Dezember 2001, bei der eine Boeing 747-400 mit den stärksten Triebwerken des Typs unter Volllast getestet wurde, ergab, dass die Vorgaben nicht nur eingehalten, sondern sogar deutlich unterschritten wurden. Die hohe Verfügbarkeit der Halle bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Standlauf im Freien mehr gibt. Wenn beispielsweise die Rückenwindstärke mehr als acht Knoten beträgt, die Halle bereits besetzt oder im Rahmen von Wartungsarbeiten gesperrt ist, können dort keine Standläufe durchgeführt werden.

März 2017

Zahlen zu 2016 sowie zu 2017 finden Sie unter "Download" unter diesem Artikel.