Geräte auf dem Prüfstand

Methoden zur Systemidentifikation für Flugzeuggeräte

Technische Dienstleistungsunternehmen wie Lufthansa Technik sehen sich bei der Entwicklung von Instandhaltungsverfahren für neue Flugzeugmuster, hochkomplexe Komponententechnologien und Ausrüstungssysteme vor große Herausforderungen gestellt. Dadurch werden für die Gerätetests notwendige Prüfumgebungen sowie die Prüfverfahren in der Instandhaltung immer aufwendiger und differenzierter. Um auch zukünftig kosteneffiziente und wettbewerbsfähige Instandhaltungsleistungen anbieten zu können, sind detaillierte und tiefgehende Kenntnisse der neuen Technologien notwendig.

Lufthansa Technik hat daher zusammen mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg im Forschungsvorhaben „MESYAC - Methods for Systemidentification of Aircraft Components" Methoden für Flugzeuggeräte entwickelt, um die Geräte technologisch detailliert zu verstehen. Hierzu wurde ein Methodenbündel für Flugzeuggeräte der Bereiche Hydraulik, Triebwerksgeräte, Hybridtechnologien und Avionik erarbeitet. Mit Hilfe dieses Methodenbündels wird, in Kombination mit der bei Lufthansa Technik bereits vorhandenen großen Expertise, die Entwicklung von innovativen Instandhaltungsverfahren möglich und somit der technisch und wirtschaftlich effiziente Einstieg in neue Flugzeugmuster sichergestellt.

Die Aktivitäten konzentrierten sich im Wesentlichen auf die technische Analyse von Geräten und deren Technologie sowie die Anwendung und Weiterentwicklung von Methoden, um die Geräte beispielsweise durch theoretische Modelle besser untersuchen und verstehen zu können. Dies ist Grundlage, damit auch in Zukunft Test-, Diagnose- und Instandhaltungsverfahren neuer Geräte effizient gestaltet werden können. Ein intensiver Austausch mit Experten von Hochschulinstituten ermöglicht Lufthansa Technik mit den technischen Entwicklungen Schritt zu halten und eine moderne, effiziente Instandhaltungsumgebung bereitzustellen.

Das Forschungsvorhaben „MESYAC" wurde in den Technologiebereichen Hydraulik und Avionik durchgeführt. Im Bereich Hydraulik wurde unter anderem eine Methode zur Einstellung optimaler Testparameter von hydraulischen Flugsteuerungsaktuatoren (elektromechanische Wandler) am Beispiel des Airbus A340 entwickelt. Dadurch kann zukünftig eine effizientere Instandhaltung von hydraulischen Geräten gewährleistet werden, welche sowohl das individuelle Geräteverhalten im Betrieb als auch auftretende Fehlerfälle berücksichtigt. So lässt sich diese Methode auf eine Vielzahl anderer Aktuatoren, wie beispielsweise für die Boeing 777, übertragen und dient somit als eine wesentliche Grundlage für den betriebsinternen Kapazitätsaufbau bei Lufthansa Technik.

Die Forschungsergebnisse des von Oktober 2012 bis März 2015 gelaufenen und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) geförderten Projekts leisten einen wichtigen Beitrag zur zukünftigen Wettbewerbsfähigkeit von Lufthansa Technik: So lassen sich mit Hilfe der neuen Erkenntnisse und Methoden innovative Verfahren entwickeln, die die Effizienz von Instandhaltungsleistungen deutlich steigern, die Eigeninstandhaltung weiter aufbauen und die Durchlaufzeiten für Geräte senken. Damit wird Lufthansa Technik die Kundenzufriedenheit steigern und die eigene Marktposition als führendes Instandhaltungsleistungsunternehmen in der zivilen Luftfahrt stärken.