Geschäftsfelder: Wartung

Technik rund um die Uhr

Lufthansa Technik unterhält an mehr als 60 Flughäfen in Deutschland und weltweit Wartungsstationen für Checks von Kundenflugzeugen. Das Wartungsdrehkreuz von Lufthansa Technik ist der Flughafen Frankfurt. Hier warten 4.000 Mitarbeiter, 365 Tage im Jahr rund um die Uhr, Flugzeuge von Lufthansa und vielen anderen Fluggesellschaften. In Deutschland unterhält Lufthansa Technik neben den Stationen in München, Frankfurt, und Hamburg noch 13 weitere. Neben der Versorgung über die festen Stationen bietet Lufthansa Technik zusätzlich auch einen weltweit einzigartigen mobilen Wartungsservice an: die Airline Support Teams (AST®). Diese kleinen Teams bestehen aus hoch qualifizierten Ingenieuren und Mechanikern, die auf Abruf innerhalb von Stunden an jedem Ort der Welt Schäden an Triebwerken oder an der Flugzeugzelle reparieren können.

Die technische Wartung ihrer Flugzeuge ist für den sicheren, pünktlichen und wirtschaftlichen Flugbetrieb einer Airline ein absolutes Muss. Ausfallzeiten eines Flugzeugs kosten viel Geld und Vertrauen: Neben den Einnahmeverlusten und den weiter laufenden Kapitalkosten droht ein Imageverlust, weil sich Passagiere über kaum etwas mehr ärgern oder ängstigen, als über Verspätungen oder gar ausgefallene Flüge.
Ein Flugzeug besteht aus mehreren Millionen Einzelteilen. Um dieses hochkomplizierte System aus mechanischen und elektronischen Komponenten jederzeit auf dem technisch besten Stand zu halten, gibt es ein ausgeklügeltes System von Instandhaltungsarbeiten. Die Lufthansa Technik AG übernimmt weltweit für ihre Kunden diesen wichtigen technischen Service, der sich aus den Bereichen Wartung und Überholung zusammensetzt. Die Wartung unterscheidet sich von der Überholung im Wesentlichen darin, dass beim Wartungs-Check das Flugzeug im normalen Liniendienst bleibt, während bei der umfangreicheren Überholung das Flugzeug vorübergehend aus dem Flugbetrieb genommen wird.

Die Wartung fängt bei dem kleinsten Wartungsereignis, dem Pre-Flight Check, an. Dabei überprüfen die Cockpit-Crew und Mechaniker das Flugzeug vor jedem Flug. Dieser Check auf von außen sichtbare Beschädigungen oder Lecks dauert circa je nach Muster 15 bis 60 Minuten.

Beim nächstgrößeren Wartungsereignis, dem Ramp-Check, testen Mechaniker einzelne Funktionen des Flugzeugs; sie kontrollieren die Reifen und Bremsen und füllen Öl und Hydraulikflüssigkeit nach. Außerdem erfolgt eine Sichtprüfung des Flugzeuges von außen und in der Kabine. Der Aufwand für diese Überprüfung, die täglich stattfindet, beträgt zwischen sechs und 35 Arbeitsstunden.

Zwischen zehn und 55 Arbeitsstunden ist die Spanne für den wöchentlichen Service-Check, der den Ramp-Check sowie Servicearbeiten wie das Auffüllen von Wasser, Luft und Öl und die umfangreiche Säuberung der Kabine umfasst.

Längere Wartungsarbeiten finden beim A-Check und auch beim C-Check statt. Der A-Check wird alle 350 bis 750 Flugstunden durchgeführt und benötigt je nach Aufwand zwischen 45 und etwa 260 Arbeitsstunden. Neben den allgemeinen Kontrollen im Inneren und an der Flugzeughülle umfasst er Service-Checks sowie Triebwerks- und Funktionskontrollen. Außerdem füllen die Techniker auch hier Betriebsstoffe wie Öl, Wasser und Luft nach und beseitigen Mängel, deren Behebung zurückgestellt wurde, weil sie die Flugsicherheit nicht beeinträchtigt haben. Sind umfangreiche Reparaturen an den Sitzen notwendig, nehmen sie die Mitarbeiter ebenfalls in dieser Intervallprüfung vor.

Noch detaillierter ist die Wartung des Flugzeuges beim C-Check - dem größten Wartungsereignis vor einer Überholung. Er umfasst gründliche Kontrollen innen und außen sowie eine intensive Überprüfung von Strukturen (tragende Bauteile an Rumpf und Tragflächen) und Funktionen. Dabei suchen Mitarbeiter zum Beispiel mithilfe von Ultraschallverfahren Risse in kritischen Bauteilen. Für den C-Check, der zwischen 1.500 und 2.000 Arbeitsstunden beanspruchen kann, bleibt ein Flugzeug bis zu fünf Tage in der Wartungshalle.

Die Genehmigungen für die Wartungsarbeiten sind durch die europäische EASA (European Aviation Safety Agency) und die amerikanische Federal Aviation Administration (FAA), sowie durch verschiedene nationale Luftsicherheitsbehörden gesichert. Die Lufthansa Technik AG hat zudem ein IT-System zur Optimierung der jeweils nötigen Instandhaltungsmaßnahmen mit- und weiterentwickelt. Mit Hilfe dieser Aircraft Engineering Services (AES) werden äußerst effiziente Arbeitspakete für die Wartung zusammengestellt. Dadurch ist es möglich, die Checks deutlich effizienter durchzuführen und erhebliche Kosten zu sparen.