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Software Management für alle Flugzeugmuster

Moderne Flugzeuge verfügen heutzutage über eine Vielzahl komplexer elektronischer Bordsysteme. Diese werden zunehmend mittels Software für ihre Aufgaben konfiguriert. Die teilweise mehrfach redundanten Systeme entlasten die Piloten und erhöhen nachweislich die Sicherheit im Luftverkehr. Diese finden sich in allen flugrelevanten Bereichen wie Kommunikation, Navigation, Flugkontroll- und in Managementsystemen. Um die gewünschten Funktionalitäten abzubilden, bedarf es neben der entsprechenden Hard-  auch der Software. Diese wird in regelmäßigen, teilweise kurzfristigen Intervallen aktualisiert. Zum Beispiel wird das benötigte digitale Kartenmaterial für die Flugführungssysteme alle 28 Tage aktualisiert.

Ältere Flugzeugmuster bekommen ihre Software über Disketten aufgespielt, welche zunehmend schwieriger auf dem Markt erhältlich sind. Die Software für Flugzeuge der neuesten Generation wird hingegen mit gängigen Datenträgern wie CD, DVD oder USB-Stick über den sogenannten Maintenance Laptop im Cockpit geladen. Je nach Konfiguration des Flugzeugs besteht auch die Möglichkeit, die Software drahtlos via W-LAN bereitzustellen. Dabei gilt es, der stetig steigenden Datenflut Herr zu werden. Während die benötigte Software beispielsweise einer Boeing 737 Classic gerade einmal zehn Partnummern umfasst, sind es bei einem Airbus A321 bereits 25 und bei einem Airbus A380 sogar 800 Partnummern, wobei diese auf etwa 1.200 Positionen verteilt sind.

Um sowohl für die älteren als auch für aktuelle und zukünftige Generationen von Flugzeugmustern ein einziges Software Management System anbieten zu können, hat Lufthansa Technik zusammen mit den Innovationspartnern Corena Deutschland GmbH und TechSAT GmbH das „eEnabled Software Management" entwickelt. Dabei wurde das inzwischen in die Jahre gekommene Diskettenlaufwerk im Cockpit durch eine aktuelle, standardisierte Schnittstelle ersetzt. Sie erlaubt es, verschiedene mobile Geräte zum Laden von Software auf Flugzeugsysteme anzuschließen. Außerdem wurden diverse Modelle, die sogenannten Portable Data Loader (PDL), entwickelt, die den vielfältigen Ansprüchen von Airlines jeder Größe gerecht werden. Die speziell für die Verwaltung von Software-Konfigurationen und der Software selbst entwickelte Lösung schließt eine weitere Lücke. In diesen Prozess lassen sich bereits bestehende Managementsysteme (beispielsweise manage/m®, AMOS, Trax) zum Austausch diverser Informationen integrieren.

Das innovative „eEnabled Software Management" lässt sich aufgrund der für alle Flugzeugmuster – egal welcher Bauart und welchen Alters – geeigneten Lösung universell anwenden. So können Kunden mit dem neuen Produkt das gesamte Software Management sowohl für ihre bestehende als auch für zukünftige Flugzeugflotten abdecken. Die Kunden benötigen folglich nur noch ein Tool für alle Flugzeuge („one fits all"). Das „eEnabled Software Management" mindert nicht nur die bislang hohen Kosten für Logistik und Arbeitsumfänge, sondern aufgrund eines rund 40 Prozent schnelleren Ladevorgangs nimmt dieser deutlich weniger Liegezeit des Flugzeugs in Anspruch.  Damit ist Lufthansa Technik bereits heute schon bestens für die Anforderungen an Software Management von morgen gerüstet.