Kaum gesucht, schon gefunden

Projekt „GSE 4.0" ermöglicht durchgehende Transparenz in der Betriebsmittelplanung

Kaum braucht man mal eine Schleppstange, schon geht die Suche wieder los. Die Vorfelder und Hallenflächen bei Lufthansa Technik sind nicht gerade klein, und so kann schon einmal einige Zeit vergehen, bis die benötigte Schleppstange oder ein anderes Ground Support Equipment (GSE) ausfindig gemacht wird. Aber damit ist jetzt Schluss: Denn nun können alle GSE, also alle Betriebsmittel mit einer Deichsel oder einem Zündschloss, mithilfe einer neuen Lokalisierungssoftware sofort gefunden werden: neben Schleppstangen auch Schlepper, Loader, Start- und Klimageräte, Stromaggregate, Leitern, Catering- und Förderbandfahrzeuge sowie Arbeitsplattformen und Anhänger. 

Im April 2017 startete Lufthansa Technik in der Wartung des VIP-Bereichs Hamburg mit der Umsetzung des Pilotprojektes. In der Zwischenzeit wurde die Hard- und Software installiert, alle Antennen auf den Hallendächern positioniert, rund 1.500 GSE vernetzt und das System schrittweise online gestellt. Nach der Prüfung weiterer konkreter Anwendungsfälle wurde auch ein Pilotprojekt im Bereich der A380-Wartung in Frankfurt abgeschlossen. Mittlerweile wurde das System erfolgreich auf die Standorte München und Frankfurt ausgerollt. Andere Nutzer innerhalb der Lufthansa Gruppe, wie beispielweise die Lufthansa Cargo, folgen in Kürze.

Mithilfe von „GSE 4.0" wird Location Tracking jederzeit und überall möglich, so dass alle vernetzten GSE sowohl auf den Außen- als auch in den Hallenflächen ausfindig gemacht werden können. Durch die schnelle Standortbestimmung kann die Verfügbarkeit von jedem einzelnen Ground Support Equipment besser und völlig transparent geplant werden. In der zweiten Projektphase seit Anfang 2018 wird nun  − nach der Standortbestimmung − auch der Zustand der Geräte erfasst und übermittelt. Wenn es beispielsweise der Ladezustand eines batteriebetriebenen Fahrzeugs oder der Füllstand eines dieselbetriebenen Bodenstromgeräts erfordert, wird gleich ein Tankservice bestellt.

Möglich wird „GSE 4.0" durch den Einsatz einer entsprechenden Hard- und Software. Bei der Lokalisierung kommt mit Tracker und Gateway (Antenne) eine etablierte Hardware zum Einsatz, eine spezielle Visualisierungssoftware wurde eigens entwickelt. Alle Tracker sind mit einer Onboard-Sensorik ausgestattet. Die Sensorik kann – je nach Bedarf und GSE – flexibel konfiguriert werden und durch vorhandene externe Sensorik, wie beispielsweise die von Fahrzeugen (GPS), erweitert werden. Dadurch kann das System nicht nur alle relevanten Daten anzeigen, es kann sogar darauf programmiert werden, sich selbstständig zu melden. Hierfür wird bestehende Sensorik eingebunden und vernetzt, sowie externe Sensorik hinzugezogen. Das schafft die Grundlage dafür, dass man Standort und Zustand des GSE bestimmen kann.

Damit überall und jederzeit alle diese Informationen des betreffenden GSE abrufbar sind, ist das System auch auf mobilen Endgeräten nutzbar. Das System funktioniert natürlich aber auch vom stationären Arbeitsplatz aus. Da sich das Projekt auf das gesamte Ground Support Equipment der Lufthansa Gruppe anwenden lässt, können alle Lufthansa-Standorte weltweit von „GSE 4.0" und damit von der neuen Betriebsmittelkoordination profitieren. Und so muss kein GSE mehr aufwendig gesucht werden oder bei nasskaltem Wetter mit ungeladener Batterie oder leerem Tank auf dem Vorfeld stehen.

„GSE 4.0" wird live auf dem ILA Future Lab in Berlin in Halle 2 auf dem Stand 203+204 vom 25. bis 29. April 2018 präsentiert.