Kaum gesucht, schon gefunden

Projekt „GSE 4.0" ermöglicht durchgehende Transparenz in der Betriebsmittelplanung

Kaum braucht man mal eine Schleppstange, schon geht die Suche wieder los. Die Vorfelder und Hallenflächen bei Lufthansa Technik sind nicht gerade klein, und so kann schon einmal einige Zeit vergehen, bis die benötigte Schleppstange oder ein anderes Ground Support Equipment (GSE) ausfindig gemacht wird. Aber damit ist jetzt Schluss: Denn nun können alle GSE, also alle Betriebsmittel mit einer Deichsel oder einem Zündschloss, mithilfe einer neuen Lokalisierungssoftware sofort gefunden werden: neben Schleppstangen auch Schlepper, Loader, Start- und Klimageräte, Stromaggregate, Leitern, Catering- und Förderbandfahrzeuge sowie Arbeitsplattformen und Anhänger. 

Im April startete Lufthansa Technik in der Wartung des VIP-Bereichs Hamburg mit der Umsetzung des Pilotprojektes. In der Zwischenzeit wurde die Hard- und Software installiert, alle Antennen auf den Hallendächern positioniert und rund 1.500 GSE vernetzt. Danach wird das System schrittweise online gestellt. Nach der Prüfung weiterer konkreter Anwendungsfälle wurde Ende April mit einem Pilotprojekt im Bereich der A380-Wartung in Frankfurt gestartet. Ab August soll das System voraussichtlich in München, danach auch bei Nutzern innerhalb der Lufthansa Gruppe, beispielweise bei der Lufthansa Cargo, zur Anwendung kommen.

Mithilfe von „GSE 4.0" wird Location Tracking jederzeit und überall möglich, so dass alle vernetzten GSE sowohl auf den Außen- als auch in den Hallenflächen ausfindig gemacht werden können. Durch die schnelle Standortbestimmung kann die Verfügbarkeit von jedem einzelnen Ground Support Equipment besser und völlig transparent geplant werden. Das ist aber noch nicht alles: Jedes GSE kann für alle Bedürfnisse relevante Informationen, wie beispielsweise den Tankfüllstand, die Außentemperatur oder Defekte anzeigen.

Möglich wird „GSE 4.0" durch den Einsatz einer entsprechenden Hard- und Software. Bei der Lokalisierung kommt mit Tracker und Gateway (Antenne) eine etablierte Hardware zum Einsatz, eine spezielle Visualisierungssoftware wurde eigens entwickelt. Alle Tracker sind mit einer Onboard-Sensorik ausgestattet. Die Sensorik kann – je nach Bedarf und GSE – flexibel konfiguriert werden und durch vorhandene externe Sensorik, wie beispielsweise die von Fahrzeugen (GPS), erweitert werden. Dadurch kann das System nicht nur alle relevanten Daten anzeigen, es kann sogar darauf programmiert werden, sich selbstständig zu melden, um beispielsweise die Betankung mit Diesel oder einen Mechaniker rechtzeitig vor dem nächsten Einsatz anzufordern.

Damit überall und jederzeit alle diese Informationen des betreffenden GSE abrufbar sind, ist das System auch auf mobilen Endgeräten nutzbar. Das System funktioniert natürlich aber auch vom stationären Arbeitsplatz aus. Da sich das Projekt auf das gesamte Ground Support Equipment der Lufthansa Gruppe anwenden lässt, können schon bald alle Lufthansa-Standorte weltweit von „GSE 4.0" und damit von der neuen Betriebsmittelkoordination profitieren. Und so muss zukünftig kein GSE mehr aufwendig gesucht werden oder bei nasskaltem Wetter auf dem Vorfeld stehen.