Jeder Liter zählt

Kerosinverbrauch senken und Umwelt schonen durch Produkt-Bündelung

Energie gibt‘s nicht umsonst und so entfällt allein auf den Treibstoffverbrauch der Flugzeugflotten ein bedeutender Anteil der Gesamtkosten für Airline-Betreiber. Allein die Flugbetriebe der Lufthansa Group kamen im Geschäftsjahr 2013 auf einen Verbrauch von über 9 Millionen Tonnen Kerosin zu Kosten von rund 7,3 Milliarden Euro. Den Treibstoffverbrauch zu senken und umweltbelastende Emissionen zu vermeiden, ist daher eines der wichtigsten Ziele der Lufthansa Group. Zahlreiche Prozesse nehmen dabei direkt oder indirekt Einfluss auf den Kerosinverbrauch der Flugzeugflotten. Die meisten dieser Prozesse obliegen dem Flugbetrieb, doch auch behördliche Vorgaben, Flughäfen, Instandhaltungs- und Versorgungsprozesse beeinflussen Treibstoffverbrauch und Emissionen. Um diese insgesamt weiter zu verbessern, müssen alle relevanten Einflüsse gesammelt, überwacht und koordiniert werden.

Um alle Maßnahmen zur Verringerung des Treibstoffverbrauchs zu bündeln, hat die Lufthansa Group zum 1. Mai 2013 die Abteilung „Fuel Efficiency" gegründet. Sie steuert alle Aktivitäten der Lufthansa Technik und aller Fluggesellschaften der Lufthansa Group zur Verbesserung der Treibstoffeffizienz und führt konzernweit verbindliche Messgrößen und Berichtsstandards ein. Ein spezielles konzernübergreifendes Innovationsmanagement  für Treibstoffeffizienz mit Experten aus verschiedenen Bereichen erarbeiten maßgeschneiderte Pakete, um die ökonomischen und ökologischen Einsparpotentiale umzusetzen. Alle Experten sind hierzu miteinander vernetzt. Die regelmäßig stattfindende „Fuel Efficiency Konferenz" dient als Forum für den zeitnahen Wissenstransfer der einzelnen Konzernbereiche untereinander. Ziel ist es, mit allen Ideen und Projekten zu „Fuel Efficiency" bis Ende 2015 insgesamt rund 196 Millionen Euro einzusparen.

Eine ganz besondere Bedeutung kommt hierbei der Lufthansa Technik zu. In den vergangenen Jahren wurden bereits viele innovative Projekte auf den Weg gebracht: So bietet Lufthansa Technik unter anderem eine wasserbasierte und zukünftig eine ergänzende Triebwerkswäsche mit CO2-Pellets sowie Rekonturierungsmaßnahmen und Laserschweißverfahren zur Reparatur von Verdichterschaufeln an Triebwerken vom Typ CFM56-5C an. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Aerodynamik, wie ein neuartiges Vermessungs-Tool zur Optimierung des Luftstroms am Flugzeugkörper und neue Oberflächenstrukturen entwickelt. Außerdem bietet  Lufthansa Technik ein Sharklet Retrofit Upgrade für die Airbus A320-Familie an. Und auch in der Erprobung neuartiger Elektromobilitätskonzepte für das Taxiing von Flugzeugen am Boden ist Lufthansa Technik federführend tätig.

Die wirksamste, aber auch kostenintensivste Maßnahme zur Effizienzsteigerung ist zweifellos die Investition der Fluggesellschaften in neue Technologien, allen voran in neue Flugzeugmuster mit neuen Triebwerken. Doch auch im laufenden Flugbetrieb lassen sich viele Potentiale nutzen und treibstoffsparende Technologien nachrüsten: Allein die konsequente Umsetzung der Ergebnisse aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten der Lufthansa Technik birgt durch die technischen Verbesserungen Einsparpotentiale in Höhe von rund 46,5 Millionen Euro für die Fluggesellschaften der Lufthansa Group – vorausgesetzt, dass alle technischen Projekte und Maßnahmen auch angemessen in den Flugbetrieb der Lufthansa Group eingebunden werden können.

Auch in Zukunft wird Lufthansa Technik nach neuen Einsparpotentialen suchen, erfolgreich neue Forschungsvorhaben durchführen und verbesserte Produkte bei den Kunden zur Anwendung bringen. So erhalten Kunden nicht nur moderne Wartungs- und Reparaturleistungen, sondern zugleich auch treibstoffsparende Modifikationen. Dabei gilt es, die Leistungen zeitlich zu koordinieren, alle Konzernbereiche zu unterstützen und als zentraler Ansprechpartner der Konzern-Fluggesellschaften zur Verfügung zu stehen. So lässt sich Treibstoff so effizient wie möglich einsetzen. Und wenn es darüber hinaus gelingt, das Thema Treibstoff-Effizienz aktiv im Unternehmen zu kommunizieren und alle Mitarbeiter dabei helfen, Einsparpotentiale zu identifizieren, kann die Umwelt nachhaltig geschont und die Kosten gesenkt werden – denn jeder Liter zählt.