Flüssigkeiten im Visier

Untersuchung aller bordeigenen Flüssigkeiten

An Bord von Flugzeugen befindet sich in verschiedenen Systemen eine Vielzahl von Fluiden wie Hydraulikflüssigkeit, Öle, Kerosin und Trinkwasser. Vor allem Motoröle und Hydraulikflüssigkeiten müssen – je nach Einsatzgebiet – unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Daher müssen diese Flüssigkeiten regelmäßig in vorgegebenen Routine-Untersuchungen auf ihre Einsatzfähigkeit hin überprüft werden. Zu diesem Zweck werden die Fluide von den Mitarbeitern der Abteilung Laboratory Services der Lufthansa Technik in Frankfurt auf ihre chemischen und physikalischen Eigenschaften analysiert und auf Verunreinigungen untersucht. 

Wichtige Parameter, um den Zustand von Motoröl und Hydraulikflüssigkeit genau zu beschreiben, sind Aussehen, Säurezahl, Dichte, Wassergehalt, Leitfähigkeit und Viskosität. So ist beispielsweise die Viskosität ein Maß für die Zähflüssigkeit eines Fluids. Je höher der gemessene Wert für die Viskosität, desto zähflüssiger ist das Fluid und umgekehrt. Chemische Veränderungen, zum Beispiel nach Überhitzung oder durch Verunreinigung durch ein systemfremdes Fluid, können die Viskosität negativ beeinflussen und sogar erheblichen Einfluss auf die Funktionstüchtigkeit des entsprechenden Bordsystems im Betrieb haben.

Im Frankfurter Labor werden auch regelmäßig mikrobiologische Untersuchungen an Kerosinproben von Kundenflugzeugen durchgeführt. Bei Verunreinigungen wie beispielsweise durch Mikroben im Kerosin kann Korrosion in den Tanks und den Tankleitungen entstehen. Daher ist es wichtig, rechtzeitig solche Verunreinigungen festzustellen und schnell darauf reagieren zu können, da den Airline-Betreibern sonst weitaus höhere Kosten entstehen können. Mitunter kommt es auch vor, dass ein Mechaniker außerhalb der Routine mit einer Probe und dem Hinweis ins Labor kommt, dass der Ölfüllstand im Tank zu hoch ist. Ursache dafür könnte eine Leckage in der Kerosinleitung sein. Um genauen Aufschluss zu erhalten, wird im Labor eine  Kontaminationsanalyse durchgeführt, um die Vermischung von Bordfluiden qualitativ und quantitativ zu analysieren und bestimmen zu können, wieviel und welches Öl im Kraftstoff ist oder umgekehrt.

Aus der Vielzahl möglicher Ursachen ergeben sich entsprechend viele mitunter sehr komplexe Testverfahren. Durch den hohen Automatisierungsgrad im Labor können alle Tests kurzfristig und zuverlässig bearbeitet werden, in besonderen Fällen (AOG) sogar innerhalb weniger Stunden. Die unmittelbare Nähe zum Flugbetrieb am Vorfeld des Frankfurter Flughafens ist dabei von entscheidender Bedeutung. Außerdem hilft eine spezielle Labor-Informations-Management-Software (LIMS) dabei, alle Mess- und Testergebnisse genau zu dokumentieren. Untersuchungen, die vom Frankfurter Labor nicht inhouse durchgeführt werden können, werden kurzfristig an andere akkreditierte Partnerlabore weitergeleitet.

Zu den Kunden des Bereichs Laboratory Services gehören nicht nur die Lufthansa Passage Gruppe sowie die Wartung und weitere Lufthansa Technik Bereiche. Auch externe Unternehmen, wie Kunden der Lufthansa Technik Maintenance International (LTMI) und andere Airline-Betreiber und Instandhaltungsunternehmen greifen auf die Dienste des Frankfurter Labors zurück. Bei einigen Labordienstleistungen entfallen sogar bereits über 50 Prozent der Arbeiten auf externe Kunden. Die Nachfrage nach schnellen und zuverlässigen, auf den Instandhaltungsbetrieb zugeschnittenen Labordienstleistungen ist seit vielen Jahren ungebrochen.