Elektrofahrzeuge im Fuhrpark

Elektrisch betriebene Fahrzeuge in den Geschäftsbereichen

Lufthansa Technik arbeitet in den Geschäftsbereichen schon seit langem mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen. So sind auf den Basen zahlreiche Geräte im Einsatz, die zur Beförderung von Mitarbeitern über das Gelände, zum Transportieren von Gegenständen und Waren, zum Heben schwerer Teile sowie zum Schleppen von großen Betriebsteilen dienen. Allein im Geschäftsbereich Triebwerke sind knapp 170 elektrisch betriebene Stapler, Hubwagen, Minilifte, Schlepper und Bodenreinigungsgeräte im Einsatz. Die Flugzeugüberholung setzt circa 30 Elektro-Golfcaddies und Elektro-Gabelstapler in den Docks in Hamburg ein. In Frankfurt werden in der Flugzeugwartung rund 50 Stapler, Zugfahrzeuge und Hebebühnen eingesetzt, die ebenfalls elektrisch betrieben werden. Einen weiteren großen Posten an Elektrofahrzeuge stellt Lufthansa Technik Logistik Services: Hier sind insgesamt rund 160 elektrische Stapler, Karren, Transporter und Schlepper im Einsatz. 

Pilotprojekt zur Erprobung von Elektroautos bei der Lufthansa Technik

Um auch den personengebundenen Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten, wurde die Erprobung von alternativen Antrieben angestoßen. Im Rahmen eines geförderten bundesweiten Forschungsprojektes wurden zwei Elektrofahrzeuge der Firma CITYSAX gekauft. Ziel des Pilotprojektes ist, den Einsatz der Fahrzeuge im harten Alltag der Flugzeugwartung zu testen und die Möglichkeiten zur Integration von Elektromobilität in den Lufthansa Technik-Fuhrpark zu bewerten.

Zur Erprobung alternativer Antriebstechnologien setzt Lufthansa Technik die zwei Elektroautos im eigenen Fuhrpark ein. Nach der Lackierung im eigens entwickelten Lufthansa Technik Design wird ein Fahrzeug am Standort Frankfurt, ein zweites auf der Station in Düsseldorf im Alltagseinsatz getestet. Neben Verbrauch, Reichweite und Reparaturanfälligkeit soll vor allem die Batterie hinsichtlich Ladeverhalten und Störanfälligkeit erprobt werden.

Der Wartungsbetrieb stellt hohe Anforderung an die Fahrzeuge. Der extreme Kurzstreckenbetrieb führt zu hohem Verschleiß und hohem Kraftstoffverbrauch. Elektromotoren eignen sich dagegen durch ihr gutes Teillastverhalten ideal für die Kurzstrecke und gelten als langlebig und wartungsarm. Diese Eigenschaften sollen deshalb im Praxistest überprüft werden.

In den Fahrzeugen sind Datenlogger eingebaut, die Daten aus dem Betrieb (zum Beispiel Fahrzeiten und -strecken, Ladezeiten, Stromverbrauch) automatisch erfassen. Die Daten werden vom Wuppertal Institut ausgewertet und dienen als Grundlage für die Bewertung der Tauglichkeit von Elektroautos für den Wartungsbetrieb. Der zukünftige Einsatz von Elektroautos wird von der Weiterentwicklung und Speicherkapazität der Batterien, aber auch von der Dauer des Aufladevorgangs abhängig sein. Die in den Fahrzeugen integrierten Anzeigen helfen, im stromsparenden Bereich zu fahren und geben stets Auskunft über den Ladestand der Batterie.

Die Elektrofahrzeuge können mit einem Stromkabel aufgeladen werden. Die Autos haben dafür jeweils hinten und vorne eine Steckdose. Je nach vorhandener Infrastruktur können die Fahrzeuge auch mit Starkstrom "betankt" werden. War die Batterie vollständig leer, dauert ein kompletter Ladevorgang zwei bis drei Stunden. Nutzt man zum Aufladen eine konventionelle Haushaltssteckdose dauert es dagegen bis zu sieben Stunden.

In Frankfurt wurde im Juni 2011 eine innovative Ladematte installiert. Das Frankfurter Elektroauto wurde daraufhin so umgerüstet, dass es für den Ladevorgang nur über die Ladematte gefahren werden muss und das Anschließen an eine Steckdose entfällt. Sobald das Energiespeisegerät den Ladestand der Batterie erkennt, wird das Fahrzeug aufgeladen. Eine extra eingebaute Anzeige im Fahrzeug zeigt an, an welcher Stelle über der Ladematte geparkt werden muss, um eine optimale Aufladung sicherzustellen. Die induktive Ladematte in Frankfurt ist die erste dieser Art in Deutschland.

Ein Vorteil von Elektroautos ist die Kohlenstoffdioxid-Bilanz von Elektromotoren. Mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent (gegenüber 30 bis 40 Prozent beim Verbrennungsmotor) liegt der Äquivalentverbrauch unter zwei Liter auf 100 Kilometer. Je nach verwendetem Strommix können große Kohlenstoffdioxid-Einsparungen erreicht werden.