Geschäftsfelder: Triebwerke

10.000.000 Kilometer

Lufthansa Technik ist einer der weltweit führenden herstellerunabhängigen Anbieter in der Triebwerksinstandhaltung. Flugzeug-Triebwerke sind großen Belastungen ausgesetzt: So erzeugt jedes einzelne Triebwerk eines vierstrahligen Großraum-Jets, wie dem Airbus A340, einen Schub von bis zu 264 kN. Um bei diesen gewaltigen Kräften eine entsprechende Zuverlässigkeit zu gewährleisten, ist eine fortwährende Überprüfung und Wartung notwendig. Bevor ein Triebwerk des A340 zur Überholung in die Werkstatt kommt, hat es rund 3000 Cycles hinter sich und kann über 25.000 Stunden in der Luft verbracht haben. Dabei war es durchschnittlich jeden Tag gut neun Stunden in Betrieb.

Um die Überholung und Reparatur von Triebwerksteilen zu verbessern, entwickeln Ingenieure und Mechaniker von Lufthansa Technik ständig neue Verfahren. Eine Technik ist zum Beispiel der „Advanced Recontouring Process– (ARP) für die Wiederherstellung abgenutzter Verdichterschaufeln. Die Schaufeln von Triebwerken sind einem ständigen Verschleiß ausgesetzt. Die mit der Luftströmung einfallenden Staubpartikel bewirken an den Vorderkanten eine starke Erosion. Insbesondere die Deformation der Schaufeln im Verdichter kann zu enormen Leistungsverlusten und damit zu deutlich höherem Kraftstoffverbrauch führen. Beim ARP-Verfahren wird zunächst der Verschleiß der Triebwerksschaufeln mittels eines Laserstrahls vermessen. Anschließend errechnet ein Computer die neue Kontur der Schaufel, die danach von einem Schweißroboter aufgebracht wird und von einem Schleifroboter auf die ursprüngliche Kontur abgeschliffen wird. Aufgrund ihrer nahezu neuwertigen Kontur und der damit erreichten saubereren Durchströmung des Triebwerks können mit ARP instand gesetzte Triebwerke mehr als 1.000 Stunden länger im Einsatz bleiben und verringern zudem den Treibstoffverbrauch und damit den Schadstoff-Ausstoß.

Früher mussten viele Triebwerksteile ungeachtet ihres technischen Zustandes aus Sicherheitsgründen zu festgelegten Zeitpunkten ausgetauscht werden. Bereits in den 1970er Jahren haben Ingenieure der Lufthansa Technik ein Instandhaltungskonzept entwickelt, das auf einer stetigen Überwachung wichtiger Bauelemente beruht. Techniker rufen regelmäßig die technischen Parameter der Triebwerke ab und analysieren diese. So können Teile zustandsabhängig („on condition–) ausgetauscht werden. Kleinere Probleme an einem Triebwerk werden so frühzeitig entdeckt und behoben, bevor sie zu größeren Schäden führen können. Das spart den Flugzeugbetreibern Kosten und gibt den Passagieren zusätzliche Sicherheit, weil Fehler sich frühzeitig andeuten und nicht plötzlich im Flug auftreten oder erst bei der nächsten planmäßigen Wartung bemerkt werden. Mit diesem so genannten Engine Condition Monitoring (ECM), das heute Industriestandard ist, konnten die Wartungsintervalle deutlich verlängert werden.

Die umfangreichen Kapazitäten der Triebwerkswerkstatt am Hamburger Hauptsitz von Lufthansa Technik werden durch internationale Produktionsstätten ergänzt. Das Tochterunternehmen AERO Alzey bei Frankfurt kümmert sich beispielsweise um die Überholung der Triebwerke von kleinen Jets und Turboprop-Flugzeugen. Drei weitere Gesellschaften oder Joint Ventures der Lufthansa Technik Gruppe, Lufthansa Technik Intercoat aus Deutschland, Lufthansa Technik Turbine Shannon aus Irland und Airfoil Services Sdn Bhd. aus Malaysia sind auf die Instandhaltung und Reparatur einzelner Komponenten von Flugtriebwerken spezialisiert.