Grün und stark

eSchlepper: elektrisch betriebener, stangenloser Flugzeugschlepper auf Hybridbasis

Elektromobilität wird in Zeiten des Klimawandels und knapper Ressourcen immer wichtiger für eine nachhaltige Umwelt-, Energie- und Verkehrspolitik. Bereits seit vielen Jahren leistet Lufthansa Technik mit innovativen Entwicklungen im Bereich „Green MRO" einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz. Aufgrund der enormen ökologischen und ökonomischen Einsparpotentiale untersucht Lufthansa Technik seit 2008 auch alternative Antriebskonzepte für Flugzeugbewegungen am Boden.

Ziel dieser unter „E-PORT AN" gebündelten Projekte war von Beginn an die Realisierung elektromobiler Konzepte, die sowohl den bodengebundenen Verkehr, als auch das Schleppen von Flugzeugen so umwelt- und ressourcenschonend wie möglich gestalten. Für die unterschiedlichen Bodenbewegungen von Flugzeugen haben Lufthansa Technik und das Tochterunternehmen Lufthansa LEOS zusammen mit Verbundpartnern verschiedene Ansätze erforscht und den eSchlepper entwickelt. 

  • 2017 eSchlepper
    eSchlepper auf Hybridbasis
  • 2017 eSchlepper FRA
    Der eSchlepper wird für Schleppvorgänge mit einem MTOW von bis zu 600 Tonnen eingesetzt.
  • 2017 eSchlepper Ops
    Der eSchlepper im Einsatz am Frankfurter Flughafen
  • 2017 eSchlepper Night
    Der eSchlepper ist deutlich leiser und verursacht bis zu 75 Prozent weniger CO2-Emissionen.

eSchlepper auf Hybridbasis

Der eSchlepper ist ein elektrisch betriebener, stangenloser Flugzeugschlepper auf Hybridbasis. Das leistungsfähige, vierradgetriebene Elektro-Fahrzeug wird in erster Linie für Schleppvorgänge schwerer Langstreckenflugzeuge mit einem Maximum Take Off Weight (MTOW) von bis zu 600 Tonnen eingesetzt. Neben Push Backs und dem Umpositionieren sind sogar lange Werftschlepps von bis zu sieben Kilometern für Flugzeuge bis zur Größe eines Airbus A380 möglich.

Der von Lufthansa Leos zusammen mit der schwedischen Kalmar Motor AB entwickelte Schlepper wird mittels Lithium-Ionen-Batterien und einem Plug-In-hybrid-elektrischen Antrieb – einer Kombination aus Diesel- und Elektromotor – angetrieben. Die Lithium-Ionen-Akkus haben eine Kapazität von 180 Kilowattstunden und lassen sich innerhalb von nur fünf Stunden über das externe Stromnetz voll aufladen. Im Bedarfsfall können die Akkus aber auch während des laufenden Betriebs mit Hilfe eines integrierten Dieselmotors (Range Extender) aufgeladen werden.

Mit Hilfe des neuen eSchleppers lässt sich nicht nur der Kraftstoffverbrauch an Flughäfen deutlich reduzieren: Im Vergleich zu einem dieselbetriebenen Schlepper ist er auch deutlich leiser unterwegs und verursacht bis zu 75 Prozent weniger CO2-Emissionen. Darüber hinaus werden die Wartungskosten an Triebwerken, Bremsen und Fahrwerken weiter gemindert und deren Lebensdauer verlängert. Anhand des eSchleppers zeigt Lufthansa Technik eindrucksvoll, dass sich Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz nicht ausschließen, sondern vielmehr einander bedingen müssen.

„E-PORT AN" ist ein wesentlicher Bestandteil des Elektromobilitätskonzepts „Grüne Abfertigung" am Frankfurter Flughafen, das von der Bundesregierung das Prädikat „Leuchtturm" erhalten hat. Partner dieser Initiative sind die Lufthansa Group, die Fraport AG, das Land Hessen sowie die Modellregion Elektromobilität Rhein-Main. Das einzigartige Elektromobilitätskonzept wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) gefördert und von der Technischen Universität Darmstadt unterstützt.