Auf dem Weg zum Digital Warehouse

Lufthansa Technik Logistik Services setzt Digitalisierungsprojekte um

Die Logistik der Zukunft: smart und effizient, digital und hochgradig automatisiert. Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS) hat im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie gezielt ein Programm für das Warehousing aufgelegt, um den Herausforderungen von Industrie 4.0 zu begegnen. Hierzu werden grundlegende Kernprozesse automatisiert, digitalisiert und miteinander vernetzt. Pilotstandort ist der Flughafen München. Er ist wegen seines starken Wachstums, der modernen Infrastruktur und der Stationierung neuer Flugzeugmuster wie dem Airbus A350 besonders geeignet. Doch die digitale Transformation ist bereits im gesamten Netzwerk der LTLS in vollem Gange. 

  • 2018 LTLS Handscan
    LTLS erprobt den smarten Datenhandschuh mit integriertem 2D-Scanner.
  • 2018 LTLS Agilox
    Agilox bringt die Ware mobil und somit flexibel direkt zum Mitarbeiter an den Arbeitsplatz.
  • 2018 LTLS GSE
    Nutzung der selbst entwickelten Lokalisierungsplattform GSE 4.0 u.a. für Großbauteile
  • 2018 LTLS OCR
    Optischer Zeichenerkennung (OCR = Optical Character Recognition)
  • 2018 LTLS Wearables
    Einsatz und Erprobung von Smart Wearables

AutoStore und Agilox

Ein strategischer Schwerpunkt liegt in der Automatisierung von Prozessen: Viele innerbetriebliche Transporte erzeugen lange Laufwege für die Mitarbeiter. Das ist zeit-, personal- und kostenintensiv. Bereits seit 2015 wird mit dem automatischen Blocklagersystem AutoStore die Zahl der Ein- und Auslagerungen erhöht und mehr als 50 Prozent Lagerfläche eingespart. Nun kommt mit dem autonomen  Transportsystem Agilox ein weiterer Baustein hinzu: Anders als beim AutoStore wird die Ware mobil und somit flexibel direkt zum Mitarbeiter an den Arbeitsplatz gebracht und somit die Prozesse weiter automatisiert. Die Einführung des fahrerlosen Flurförderzeugs erfolgt seit Dezember 2017 am Standort München und soll nach erfolgreicher Evaluierung auch auf andere Standorte ausgeweitet werden.

Optische Zeichenerkennung

Besonderes Augenmerk gilt den Datenmengen: Täglich müssen im Wareneingang der LTLS unterschiedlichste Daten aus über 10.000 Dokumenten erfasst werden. Die Datenübernahme, also das Ablesen, die Prüfung und Eingabe, ist mit hohem Erfassungsaufwand verbunden und zudem fehleranfällig. Daher sollen die Eingabemasken zukünftig nicht mehr manuell, sondern automatisch befüllt werden. Möglich macht das eine Dokumentenanalyse mit optischer Zeichenerkennung (OCR = Optical Character Recognition) ergänzt um eine intelligente Inhaltsanalyse auf Basis von IBM Watson. Die technische Evaluierung ist bereits erfolgt und damit der neue Standard für Lufthansa Technik definiert. Die Umsetzung soll bis Mitte 2018 abgeschlossen werden.

Erhöhte Transparenz im Ersatzteillager

Ein weiterer Fokus liegt auf der optimalen Nutzung von Flächen, denn dadurch sind hohe Einsparpotenziale möglich: Große und sperrige Flugzeugersatzteile brauchen viel Platz und müssen häufig umgelagert werden. Nur so können die Lager stetig verdichtet werden. Gleichzeitig müssen alle Lagerplatz-Umbuchungen manuell im Verwaltungssystem erfasst werden. Durch die Nutzung der selbst entwickelten Lokalisierungsplattform GSE 4.0 (Ground Support Equipment) lassen sich gelagerte Großbauteile ohne Buchung und dadurch mit deutlich weniger Aufwand ganz automatisch auffinden. Zudem wird die Transparenz im Lager erhöht. Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt in München soll eine Übertragbarkeit auf andere Standorte der LTLS geprüft werden.

Scanner zum Anziehen

Auch der Einsatz digitaler Assistenten, wie beispielsweise von sogenannten Smart Wearables, ist Bestandteil des Digitalisierungsprogramms: Zurzeit erprobt LTLS den smarten Datenhandschuh der Firma Proglove mit integriertem 2D-Scanner. Die Mitarbeiter müssen ihre mobilen Scanner nicht mehr in der Hand halten. Die Hände bleiben frei, aufwändige Dateneingaben entfallen und die Effizienz beim Check-In und in den Folgeprozessen wird gesteigert. Eine Weiterentwicklung mit integriertem Display ist in Planung, die Pilotanwendungen hierfür sollen schon im ersten Halbjahr 2018 starten.

Umsetzungsgeschwindigkeit

Die Digitalisierung der logistischen Kernprozesse wird aber nicht nur in München umgesetzt. Auch an anderen Standorten wie beispielsweise in Frankfurt und Hamburg werden entsprechende Projekte durchgeführt. Um in kurzen Zyklen und mit einer hohen Geschwindigkeit neue Ideen zu realisieren, setzt LTLS auf ein agiles Projektmanagement. Auch die Umsetzung der konzernweiten Innovationskultur auf allen Ebenen spielt dabei eine wichtige Rolle. Darüber hinaus wird gezielt auf die Zusammenarbeit mit modernen Startups gesetzt, um auch von deren Denkweise sowie der unkomplizierten und flexiblen Herangehensweisen zu profitieren.