Grün mit Trockeneis

Weltweit erste Triebwerkswäsche mit CO2-Trockeneis vor der Einführung

Es geht noch grüner: Cyclean®-Triebwerkswäschen von Lufthansa Technik schonen Umwelt und Natur. Sie mindern den Kerosinverbrauch, reduzieren die Schadstoffemissionen und verlängern die Lebensdauer der Triebwerke. Jetzt geht Lufthansa Technik noch einen Schritt weiter. Zukünftig werden Triebwerke auch mit CO2-Trockeneis gereinigt. Das ist nicht nur effizient, es spart  Wasser und ermöglicht erstmals Wäschen bei Außentemperaturen unterhalb des Gefrierpunkts. Damit können Triebwerke an 365 Tagen im Jahr überall auf der Welt gewaschen werden −  selbst in Permafrost-Regionen. 

Seit 2007 nutzt Lufthansa Technik für Triebwerkswäschen das eigens entwickelte, wasserbasierte Reinigungsverfahren Cyclean®. An mittlerweile über 40 Stationen wurden bislang weltweit mehr als 90.000 Triebwerkswäschen durchgeführt. Doch das war erst der Anfang. Seit 2014 wurden alternative Reinigungsmedien getestet und die Nachweisführung weiter verbessert. Dabei hat sich vor allem CO2-Trockeneis bewährt. Denn die Reinigungsleistung ist hoch und es wird kein zusätzliches CO2 generiert, weil das aus der Rohölverarbeitung und Düngemittelindustrie anfallende Kohlendioxid genutzt wird.

Für die Positionierung der Anlage vor den Fan Blades wurde zusammen mit der Hochschule Darmstadt und der Imetron GmbH eine Montageplattform mit omnidirektionalem Antrieb entwickelt. Mit dieser Allseitenradkonstruktion lässt sich das Fahrzeug schnell und einfach in die gewünschte Richtung fahren und vor dem Triebwerk positionieren. Mithilfe der integrierten Scherenhubbühne kann die Anlage nach Bedarf hochgefahren oder abgesenkt werden. Das garantiert die Reinigung aller Triebwerksmuster – egal wie groß und hoch.

Bei der Reinigung werden Trockeneispellets durch den Triebwerkseinlauf zugeführt. Durch den Aufprall auf die Bauteile wird kinetische Energie freigesetzt und ein Teil der Verschmutzung gelöst. Die Trockeneispellets gehen dabei, ohne vorher zu schmelzen, sofort in den gasförmigen Zustand über. Beim Kontakt mit den -78,5 Grad Celsius kalten Pellets zieht sich die Verschmutzung zusammen, versprödet und wird gründlich, aber schonend abgetragen. Da das Trockeneisstrahlen keinerlei Rückstände hinterlässt, ist kein Triebwerks-Standlauf nach der Wäsche notwendig.

Für die Reinigung muss kein Betriebsmittel am Triebwerk montiert werden. Das reduziert die Prozess- und damit auch die Bodenzeiten gegenüber herkömmlichen Triebwerkswäschen auf gerade einmal 30 Minuten. So lassen sich die Wäschen auch innerhalb kurzer Turnarounds am Gate durchführen.

Die Testphase mit dem Prototyp ist erfolgreich verlaufen und mehrere Patentanmeldungen wurden eingereicht. Nun wird das Triebwerkswaschsystem Cyclean Trockeneis zum Produkt weiterentwickelt. Ab 2019 wird das neue Verfahren ergänzend zur wasserbasierten Triebwerkswäsche Cyclean® eingesetzt. Dann ist Lufthansa Technik weltweit das erste und einzige Unternehmen, das die ebenso effiziente wie schonende Reinigung von Triebwerken mit CO2-Trockeneis anbietet. Ein weiterer wesentlicher Beitrag zu „Green MRO" in der Luftfahrt.