Neue Bewertungsbasis für Roboter

Ausgewählte Automatisierungspotenziale für die Luftfahrt

Früher undenkbar, heute in vielen Bereichen schon fast eine Selbstverständlichkeit: Roboter und Mensch Seite an Seite in Industrieunternehmen. Die Rollen sind dabei klar verteilt: Der Mensch führt, der Roboter assistiert, ergänzt und entlastet die Mitarbeiter und garantiert bei hoher Produktivität immer die gleiche, höchstmögliche Qualität. Um die Basis für zukunftssichernde Folgeprojekte beispielsweise im Kontext von Industrie 4.0 zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit des Instandhaltungsbetriebes am Standort Hamburg für die Zukunft zu sichern, hat sich Lufthansa Technik maßgeblich an dem Forschungs- und Entwicklungsverbundprojekt „Auto-Pro" beteiligt.

Ziel des von März 2014 bis Februar 2016 laufenden, plattformbasierten Gesamtprojektes „Auto-Pro" ist es, ausgewählte Automatisierungspotenziale in der Luftfahrt zu bewerten und in zwei prototypischen Anwendungsfällen zu verifizieren. Das Verbundprojekt „Auto-Pro" soll effiziente Automatisierungslösungen generieren und den Know-how Austausch zwischen den Projektpartnern in der Freien und Hansestadt Hamburg fördern. Das Projekt ist in insgesamt drei sich sinnvoll ergänzende Teilprojekte unterteilt, die sich sowohl konzeptionell, als auch technologisch unterscheiden und von jeweils unterschiedlichen Projektpartnern betrieben werden.

Das übergreifende Teilprojekt „Auto-Pro+" hat die Funktion einer Potenzialbeurteilung von zukünftigen Automatisierungslösungen bei Lufthansa Technik. Dabei soll genau festgestellt werden, wo der größte Nutzen liegt und was zu einer (weiteren) Automatisierung der Prozesse führen kann. Die Ergebnisse dienen dabei als verlässliche Bewertungsgrundlage für zukünftige Automatisierungsprojekte. Verbundpartner des Teilprojektes sind das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL), das auch als Koordinator des Gesamtprojektes „Auto-Pro" fungiert, Lufthansa Technik und die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Im Rahmen des Teilprojektes „Auto-Pro I", das von den Verbundpartnern Lufthansa Technik und der Technischen Universität Hamburg-Harburg betriebenen wird, soll der Roboter-Demonstrator „MORFI" weiterentwickelt werden. Dazu erfolgten eine Analyse und eine Bewertung von Prozessen in der Wartung und Überholung von Verkehrsflugzeugen hinsichtlich ihrer Automatisierbarkeit mittels einer mobilen Robotereinheit. Zudem wurden ein problemangepasstes Navigationssystem zur flugzeugtypunabhängigen Positionsbestimmung entwickelt und alternative Roboterkonzepte entworfen. Hierzu wurde auf die Ergebnisse der Prozessanalyse zurückgegriffen und definiert, welchen Anforderungen eine Automatisierungslösung der Zukunft genügen muss.

Auch in vielen anderen Bereichen hat Lufthansa Technik die Automatisierung von Prozessen in den letzten Jahren deutlich vorangetrieben: So konnte beispielsweise im Forschungsprojekt „Laser CWR-Panzerung" 2013 – durch die Entwicklung eines automatisierten Reparaturverfahrens für moderne 3D-Hochdruckverdichterschaufeln in Triebwerken – deren Lebenserwartung verlängert und die Triebwerkseffizienz deutlich erhöht werden. Unterstützt wird das Gesamtvorhaben „Auto-Pro" mit seinen Teilprojekten im Rahmen der Hamburger LuFo-Förderung durch die Hamburgische Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Freien und Hansestadt Hamburg.

Mit Hilfe des Teilprojektes „Auto-Pro+" soll ein umfassender Überblick über die Technologielandschaft der Lufthansa Technik gewonnen werden. Ziel ist es, bewertbare Größen als Entscheidungsgrundlagen für Umsetzungsprojekte zu gewinnen und für Automatisierungsprozesse bereitzustellen. In der Folge sollen gezielt Umsetzungsprojekte gestartet werden, die eine Effizienzsteigerung der Prozesse im zweistelligen Prozentbereich beinhalten und wesentlich zu den anvisierten Einsparzielen der Lufthansa Technik beitragen. Der konkrete Nutzen des Teilprojektes besteht in der Verbesserung und Harmonisierung der Qualität, Standardisierung von Reparaturprozessen, kürzeren Reaktionszeiten, höherer Produktivität, reduzierten Beständen und einer besseren Ausnutzung der flugplanbedingten Bodenzeiten.